Einen Tag nach dem Erfolg bei der U-15 (wir berichteten) holte sich der Nachwuchs des Würzburger FV auch die Titel in den Altersklassen U-13 und U-17. Den U-19-Wettbewerb hatte sich der FC 05 Schweinfurt gesichert. Nahezu sensationell war die U-17 der SG Thundorf bis ins Finale vorgedrungen und musste sich den Domstädtern nur mit 0:1 geschlagen geben.

Eine bemerkenswerte Vorstellung boten auch die U-13-Kicker des SC Diebach, die nur eine ihrer vier Begegnungen verloren und dreimal remisierten. Der mit sechs Treffern erfolgreichste Diebacher Spieler, Anton Gnerlich, wird in der Sommerpause übrigens zum FC 05 Schweinfurt wechseln. Darüber ist Diebachs Betreuer Michael Warmuth keineswegs böse, "denn Talente müssen sich früh mit gleichstarken Spielern messen, aber ein schwerer Verlust ist es natürlich.
Wir setzen jedenfalls weiter auf Spieler des Ortes und verzichten auf die Abwerbung von Talenten benachbarter Vereine."

Auch Sven Pöhl, Trainer des TSV Brendlorenzen, war ob des frühzeitigen Ausscheidens nicht verärgert. "Hier wird auf sehr hohem Niveau gespielt, so manche Bolzerei wie in den Vorturnieren sieht man nicht." Bei den Brendern kickte übrigens der Sohn von Aubstadts Co-Trainer Oliver Merkl mit. "Der ist besser als ich es in dieser Altersklasse war", sagte Merkl stolz. Merkl wie auch alle anderen anwesenden Trainer aus dem Herrenbereich staunten über das flotte Tempo. "Die Bande wird nicht vermisst", sagte Kreis-Juniorenleiter Rainer Lochmüller. Die Erkenntnis, "dass die fehlende Bande ein präzises Passspiel fördert", setzte sich auch bei Münnerstadts Gesamt-Juniorenleiter Markus Peschel durch, "auch wenn wir nun unsere Rundumbande weitgehend einmotten können". Andererseits ist die Organisation auch etwas leichter, denn der Auf- und Abbau der Bande entfällt, "trotzdem sind wir hier mit großem Stab angetreten", so der stellvertretende TSV-Abteilungsleiter Manfred Back, der ungefähr 50 Mitarbeiter zählen konnte.

So fand auch kein Klub ein Haar in der Suppe in Sachen Organisation, lediglich mit dem sportlichen Abschneiden war der ein oder andere unzufrieden. Das galt beispielweise für Großbardorfs U-13-Coach Matthias Radi, dessen Schützlinge das Halbfinale verloren, "weil wir nach guter Vorrunde große Abschlussschwächen zeigten und im Spielaufbau viel zu nervös waren". Das soll natürlich in der Freiluftrunde besser werden, "die für uns viel mehr Bedeutung hat als die Hallenspiele", so Aschaffenburgs U-13-Coach Martin Graser. Das zeigte sich auch bei der U-17 der Viktoria, die nur mit sechs Spielern angefahren war und nach Turnier-Ende das Lauertal fluchtartig zu einem scheinbar wesentlich wichtigeren Testspiel verließ.

Die Meister ihrer Altersklassen haben sich für die Bayerische Meisterschaft qualifiziert, die am Wochenende in Ebern und Aichach ausgerichtet werden. In Sachen Zuschauerinteresse war die Bezirksmeisterschaft nicht der große Renner, "aber das haben wir auch nicht erwartet, denn viele Teilnehmer bringen halt keine Fans mit und Teams aus der näheren Umgebung gab es eher weniger", so Peschel, der neuerlich die Erfahrung machte, dass mit zunehmendem Alter auch der Körpereinsatz höher wird. "Im Großen und Ganzen waren wir aber kaum gefordert", sagte der Reichenbacher Unparteiische Christian Nöth.

Für die Fußball-Experten noch ein Bonmot: Während des U-13-Turnieres erschien eine Aschaffenburger Mutter samt Zögling bei der Turnierleitung und beschwerte sich, dass ihr Sohn zwei Tore geschossen erzielt habe und jedes Mal ein anderer Name genannt wurde. Der Irrtum schien dem kleinen Torjäger recht egal zu sein, die Mutter bat Rainer Lochmüller allerdings recht eindringlich um eine korrigierte Durchsage.