Nach einem Jahr Unterbrechung wollten sich die Verantwortlichen der Bad Kissinger Box-Abteilung kein zweites Mal von Corona ihren Veranstaltungs-Kalender diktieren lassen - und wurden für ihren Mut belohnt: 600 Zuschauerinnen und Zuschauer sorgten bei der Boxnacht für eine tolle Kulisse in der Bayernhalle. Entsprechend positiv fällt die Rückschau von Trainer und Mitorganisator Edgar Feuchter aus.

Herr Feuchter, wie hat Ihnen selbst die Boxnacht gefallen?

Edgar Feuchter: Das war eine tolle Veranstaltung mit super Kämpfen, einem fairen Publikum und einem schönen Rahmenprogramm mit Artistik und Pole Dance. Meine Bedenken, dass aufgrund der 3G-Regel nicht so viele Menschen kommen würden, hat sich nicht bestätigt, was mich nicht minder gefreut hat. Ich möchte aber an dieser Stelle auch betonen, dass unsere Security am Einlass sehr genau kontrolliert hat im Sinne der Gesundheit und Sicherheit unseres Publikums.

Welcher Kampf hat Ihnen besonders gut gefallen?

Als Trainer kann ich ja nicht objektiv sein. Technisch auf höchstem Niveau waren aber sicher die Kämpfe von Max Neb und Mohammad Shadab.

Manche Fights waren aber auch richtig wild, wie der Ihres Athleten Axel Fredrich.

Ich bin bekanntermaßen ein Freund vom technischem, dem olympischen Boxen. Aber manchmal lassen es die Gegner einfach nicht zu, dann muss man das im Ring annehmen. Wie heißt es so schön: Einen Fighter bekämpft man mit Technik, einen Techniker mit Fighten.

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Der Zirkus Luna aus Langendorf durfte in den Pausen mehrmals sein akrobatisches Können zeigen. Wie waren die Rückmeldungen auf dieses doch eher ungewöhnliche Rahmenprogramm?

Das Feedback war ausgesprochen gut, und zwar gemünzt auf die ganze Veranstaltung. Das Gesamtpaket mit der etwas intimeren Beleuchtung kam offensichtlich sehr gut an. Gut möglich, dass wir im nächsten Jahr wieder in die Bayernhalle gehen. Dann können wir vielleicht sogar schon einen neuen Ring präsentieren. Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle bei allen Helferinnen, Helfern und Sponsoren. Einfach toll, was da vor und hinter den Kulissen geleistet wurde.

Wie ist der Abend in der Bayernhalle noch ausgeklungen?

Erst wurde das Gröbste aufgeräumt und sauber gemacht, ehe das ein oder andere Kaltgetränk die Runde machte. Willi Fischer, unser Ehrengast, war auch noch da und hat gesagt, dass der Abend tausend mal besser war als viele Profiveranstaltungen. Am nächsten Morgen kam der Willi noch einmal in der Halle vorbei, um sich persönlich zu verabschieden.

Vor allem im zweiten Teil der Veranstaltung ging das Publikum richtig mit. Da muss Ihnen das Herz aufgegangen sein, oder?

Die Leute so erreicht zu haben, macht mich wahnsinnig stolz. Und ich war selber gespannt, ob wir die Stimmung aus dem engeren Tattersall in die Bayernhalle bringen können. Bemerkenswert zudem, wie viele junge Leute da waren.

Wie geht's weiter?

Am 13./14. November sind wir mit sieben Leuten bei der Franken-Meisterschaft in Würzburg vertreten und am 20. November hat Mohammad Shadab in Fürstenfeldbruck seinen Finalkampf um die bayerische Meisterschaft. Schön wäre natürlich, wenn so mancher den Weg zu uns ins Training finden würde, weg vom Sofa oder Computer.