Hammelburg Volleys - TGM Mainz-Gonsenheim 3:1 (25:19, 25:23, 23:25, 25:17).

Knapp 100 Fans hatten sich eingefunden zum 2G-Maskenball in der Saaletalhalle, um sich das Live-Erlebnis Zweitliga-Volleyball zu gönnen. Und die, die da waren, hatten gute Laune mitgebracht, sodass die Klatschpappen nur so zwischen den Händen tanzten. Unten auf dem Feld stand schließlich der Tabellenführer, der sich jede Unterstützung verdient hat in diesen komplizierten Zeiten, die für die Saalestädter mit dem Ausfall von Luca Dierks (Daumen) noch etwas komplizierter werden. Den Job auf der Mittelblocker-Position teilen sich in den nächsten Wochen also Nils Rehmeier und Kapitän Oscar Benner, die ebenso in der Startformation standen wie Severin Hauke, Moritz Zeitler, Marian Epple und Zuspieler Hannes Krochmann, während Lukas Greinwald das Libero-Trikot übergezogen hatte, diese Rolle mittlerweile mit einem erstaunlichen Selbstverständnis ausfüllt.

Bewährte Haudraufs wie Moritz Rauber und Branko Damjanovic sahen vom Spielfeldrand, wie sich ihr Team mit dem Tabellenvorletzten zunächst abmühte (7:8). Ohne ihren erfahrenen Zuspieler Torben Tidick-Wagner waren die Mainzer angereist, dessen Position Youngster Lennart Heinz Fuchs gar nicht mal schlecht ausfüllte, auch wenn die Hammelburger im Auftaktsatz allmählich ins Rollen kamen. Auch emotional übrigens wie beim abgefeierten Hauke-Block zum 13:9. Über das 16:12 zur zweiten technischen Auszeit und mit zunehmendem Vertrauen ins eigene Spiel, sprinteten die Hammelburger zum Satzgewinn - mit guter Punkteverteilung unter den Akteuren.

Im Vorübergehen geht nichts

Der Auftakt-Hieb von Nils Rehmeier gab die Richtung des zweiten Satzes vor hin zum 5:0-Blitzstart samt starker Block-Aktionen. Das 8:3 zur ersten technischen Auszeit spiegelte die Machtverhältnisse auf dem Feld korrekt wider. Aber im Vorübergehen schlägst Du halt kein Zweitliga-Team - 10:9 nur noch und Auszeit Hammelburg. Auf die 11:10-Führung der Gäste reagierte Volleys-Headcoach Thiago Welter mit der Einwechslung von Moritz Rauber. Eine Botschaft, die beim Gegner ankam, der schnell wieder im Hintertreffen (13:16), genauso überraschend aber zurück im Spiel war - 19:19 und Auszeit Hammelburg. Der erhöhte Kommunikationsaufwand von Trainer Welter juckte die Mainzer nicht die Bohne, die beim 23:23 nah am Satzgewinn waren. Das bessere Ende hatten aber wieder die Saale-Jungs mit dem Hauke-Punkt und Rehmeier-Block.

Der enge Satz schien die Truppe aus Rheinland-Pfalz beflügelt zu haben, die erstmals mit fünf Punkten führte (8:3), womit die Hammelburger an der Ehre gepackt und mit einem 6:2-Lauf wieder dran waren (9:10), mit zwei Rauber-Punkten schließlich egalisiert hatten (12:12). Dass die Mainzer zur zweiten technischen Auszeit führten (16:14), passte zu diesem Hin und Her mit beiderseits technischen Mängeln, aber gehöriger Spannung (19:19).

In die Crunchtime gingen die Hammelburger mit Branko Damjanovic, aber herausragende Blockarbeit brachte Mainz erneut nach vorne (22:19), ehe Nils Rehmeier und Severin Hauke Team und Tribüne pushten. Ein Annahmefehler bescherte den Ausgleich, ein Block die Hammelburger Führung, auf die Mainz mit zwei Punkten antwortete - und mit dem nächsten Block den Satz zumachte.

"Schade, wir haben zwei sensationelle Sätze gespielt und hätten gerne auch den dritten Satz erfolgreich abgeschlossen. Aber Mainz hat bei seinen Angaben in den Ist-mir-egal-Modus geschalten und hat uns regelrecht bombardiert. Das haben wir so nicht erwartet", analysierte Thiago Welter, der gerne gesehen hätte, "dass wir die Bälle erst mal im Feld halten. Das ist uns aber nicht gelungen."

Hammelburger Monsterblocks

Weil sich Geschichte gerne mal wiederholt, führte der Gast auch in Satz vier (4:1), in dem Finn Jansen für einige Spielzüge als Libero ran durfte (Welter: "Finn hat Positives gebracht"), dann Altmeister Laurentiu Vinatoru teilweise das Zuspiel-Zepter übernahm, immer noch in Rückstand liegend. Es drohte tatsächlich ein Punktverlust gegen den Außenseiter. Die Monster-Blocks von Nils Rehmeier und Marian Epple sorgten für die eminent wichtige 14:12-Führung, die Severin Hauke mit zwei Punkten noch komfortabler gestaltete. Mit dem 22:17 war die Vorentscheidung gefallen.

Der zweifache Marian Epple sorgte für den Matchball, den schließlich der stark spielende und spätere - hochverdiente - MVP Severin Hauke verwandelte unter dem Jubel der Fans, die mit einem Lächeln den 2G-Maskenball verlassen durften. "Wir haben nicht so schnell reagiert, um 3:0 zu gewinnen. Aber wir haben verdient die Kurve bekommen, daher Glückwunsch an beide Mannschaften", sprach Thiago Welter das finale Wort zum Sonntag.