Zwei Platzverweise. Ein Gegentor. Null Punkte. So schaute der Garitzer Countdown aus im Aufsteiger-Duell. "Ich lasse lieber drei Kisten rein und gewinne", sagte Christoph Werner, der ein Unentschieden als gerechtes Ergebnis empfunden hätte. "Wir haben doch gerade zu Beginn wieder gezeigt, dass wir mithalten können. Haben uns dann halt wieder individuelle Fehler geleistet, waren nicht nah genug am Mann." Trotz Schulterverletzung bot der SV-Keeper einmal mehr eine tadellose Leistung, war freilich gänzlich chancenlos beim späten Tor des Tages durch den Kopfball von Tim Müller.

In Gefahr geriet der Sieg der Untermainer nicht mehr, weil der Gegner binnen Minuten zwei Mann weniger auf dem Platz hatte. Nach einem verbalen Disput mit einem Kahler handelte sich Andrzej Sadowski die Ampelkarte ein, dann sah Benedikt Lang nach einem Foulspiel die Rote Karte. Eine harte Entscheidung von Schiedsrichter Manuel Rieß (Bayreuth), der keine klare Linie in der Spielleitung fand. "Wir haben nie die Ordnung verloren und immer an unsere Chance geglaubt", urteilte Kahls Trainer Muhamed Preljevic. Und hatte durchaus Recht, weil seine Elf nicht viel zugelassen hatte und bereits in Halbzeit eins hätte in Führung gehen können. Dem Kopfball-Tor von Jasko Colovic ging ein Foulspiel voraus und bei den Versuchen von Colovic und Gökhan Aydin war Werner nicht zu bezwingen. Mit erstaunlichen Reflexen und großer Souveränität. "Ich habe schon viel erlebt, habe Regionalliga und Bayernliga gespielt. Ich will einfach der Mannschaft helfen", wollte Werner seine Leistung nicht überbewertet wissen.

Blitzschnell abgetaucht

Dessen Vorderleute hatten es in den ersten 45 Minuten nicht schlecht gemacht mit ordentlichen Gelegenheiten für Marcel Rudolph und Stefan Glöckler, der sich den gelben Karton nach einer Schwalbe einhandelte. Mit aller Macht wollten die Grün-Weißen einen Treffer erzwingen. Und hatten Glück, dass die Kahler unmittelbar nach der Pause ihre Doppelchance leichtfertig vergeigten. Erst war Werner blitzschnell abgetaucht beim Standard von Enrico Puglisi, den Nachschuss setzte Colovic an den Pfosten. "Da dachte ich, der Fußballgott wird uns dafür bestrafen", sagte Preljevic. Hätte passieren können, weil Sadowski seinen Freistoßball nur knapp neben das Gehäuse setzte und Kahls Torsteher Simon Stadtmüller ebenfalls große Qualität bewies bei den Abschlüssen von Marco Niebling und Stefan Glöckler.

Die Gäste blieben ebenfalls im Spiel mit weiteren Gelegenheiten für Puglisi und Müller. "Ein Punkt wäre in Ordnung gewesen. Wir waren aber nicht zwingend genug, um ein Tor zu machen. Gehen wir in Führung, bin ich mir sicher, dass wir gewinnen", sagte Andrzej Sadowski. Und hatte bei aller Enttäuschung nach der vierten Niederlage in Folge doch noch ein Lob für seine Truppe übrig. "Im Vergleich zum Auftritt in Würzburg hat diesmal wieder die Körpersprache gepasst. Aber diese Motivation müssen wir eben in jedem Spiel aufbringen. Und das ist das Schwierige."

Tor Tim Müller (81.).

Gelb-rote Karte Andrzej Sadowski (Garitz/85.).

Rote Karte Benedikt Lang (Garitz/87.).

Zuschauer 130.

SV Garitz Werner - Krieter, Renninger, Schmitt (64. Rüth), Lang - Niebling, Glöckler, Herold (55. Schlereth), Sadowski - Rudolph (81. Wijn), Papadopoulos.

FC Kahl Stadtmüller, Fuchs, Smith, Farbmacher (86. Hotz), Krapp, Grod, Mbuku, Colovic, Puglisi (72. Tobollik), Müller, Aydin (90. Majdalawi).