Erstes Spiel für den TSV Bad Königshofen nach genau 46 Tagen: Am Donnerstag geht es zum TTC Neu-Ulm. Eine lange Pause, dann innerhalb von sechs Tagen drei Spiele, das ist kontraproduktiv für diese Sportart.
Wenn der TSV Bad Königshofen an diesem Donnerstag um 19 Uhr beim TTC Neu-Ulm zum neunten Vorrundenspiel der Tischtennis-Bundesliga (TTBL) antritt, dann liegt das letzte Liga-Spiel der beiden punktgleichen Kontrahenten genau 46 Tage zurück - und das mitten in der Saison.
Da können sich Funktionäre, Sportler und Fans drehen und wenden, wie sie wollen, wenn es darum geht, diese hochinteressante Sportart aus dem Nischen-Dasein heraus mehr in den Blick der Sport-Öffentlichkeit zu rücken: Sechseinhalb Wochen Pause, dann innerhalb von sechs Tagen drei Spiele, das ist kontraproduktiv. Doch der Weltverband ITTF und speziell die pekuniäre Dominanz von China machen für die TTBL durch eine Überhäufung mit internationalen Turnieren viele Türen zu und nur wenige Zeitfenster auf.
Leitwolf und Rudel junger Spieler
Neu-Ulm und Bad Königshofen weisen zwei grundverschiedene Strukturen und wirtschaftliche Möglichkeiten auf. Unter anderem mit der Folge, dass der TSV vier Spieler für das Dreier-Team unter Vertrag hat, der TTC deren fünf. "Unsere Möglichkeiten bei der taktischen Aufstellung und Prognosen über den Spielausgang sind deshalb sehr begrenzt", gibt Kilian Ort zu bedenken.
Neu-Ulm wurde von null auf hundert aus der Taufe gehoben und durfte gleich in der TTBL einsteigen. Was für den Club spricht: Er hat neben dem 35-jährigen Portugiesen Tiago Apolonia als Leitwolf ein Rudel junger Spieler um sich mit den Russen Lev Katsman (20) und Vladimir Sidorenko (19), dem griechischen U21-Europameister Ioannis Sgouropoulos (20) und dem deutschen Perspektiv-Kader-Spieler Kay Stumper (19).
Medaillenhamster
Headcoach ist der Russe Dmitrij Mazunov, der zugleich Trainer der Neu-Ulmer Trainingsgruppe ist. Dort trainiert auch der Bad Königshöfer Neuzugang Maksim Grebnev, der wiederum im ablaufenden Jahr und nach seiner Verpflichtung für den TSV zum Medaillenhamster bei internationalen Turnieren geworden ist. Er wurde unter anderem mit Lev Katsman Europameister im Doppel bei den Männern und U19-Weltmeister im Doppel mit Vladimir Sidorenko. Das U19-WM-Endspiel fand erst vor gut einer Woche in Portugal statt.
Was für eine Konstellation: Grebnev könnte am Donnerstag in Neu-Ulm auf seine beiden Doppelpartner treffen, im Einzel und/oder im Doppel - vielleicht aber auch auf keinen.
Freundschaften müssen jedenfalls für die Dauer des Spiels ruhen, gegen das Team seines Trainers geht es auf jeden Fall. Mazunov hat Grebnev bei jenem letzten Turnier überstrapaziert und leer, weil in allen vier Konkurrenzen am Start, gesehen und versprach, sein Training besonders zu dosieren. Sowohl Grebnev als auch der TSV-Manager Andy Albert haben volles Vertrauen in die Loyalität von Mazunov.