Der Bad Kissinger Stadtteilverein und speziell seine Handballabteilung hat August Hubert viel zu verdanken. An diesem Mittwoch wird der große Förderer des Nachwuchses 90 Jahre alt. Handball spielte er selbst nie aktiv.
Mehr Bewunderung geht nicht: "August Hubert ist ein Phänomen, was den SV Garitz angeht." Das sagt Thomas Leiner, langjähriger Vorsitzender des Vereins, über den Mann, der die Handballabteilung des Vereins zu nie dagewesener Blüte geführt hat. Und dessen Arbeit bis heute nachwirkt. An diesem Mittwoch wird August Hubert 90 Jahre alt.
Die Geschichte, an deren Ende der aus Stadtschwarzach (Landkreis Kitzingen) stammende Hubert zum "Phänomen" aufstieg, begann vor vier Jahrzehnten. In der Saison 1980/81 machte er den Schein zum Handball-Übungsleiter. Und das, obwohl er eigentlich vom Fußball kam; nie aktiv Handball gespielt hatte.
Doch August Hubert begeisterte sich damals schnell für die neu gegründete weibliche Handballmannschaft, eignete sich autodidaktisch Wissen über diesen Sport an - und übernahm 1981 den Posten des Handball-Abteilungsleiters im Verein.
Fortan ging es steil bergauf mit dem Garitzer Nachwuchs. 1983 oder 1985 holte er unter anderem mit der A-Jugend die Kreismeisterschaft, 1987 die Unterfränkische Meisterschaft mit der C-Jugend. Es kamen viele weitere Meisterschaften hinzu. Einige seiner Spielerinnen schafften den Sprung in die Bayernauswahl, wie zum Beispiel Martina Brixel und Tanja Sadowski.
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"August hat immer gesehen, wo andere Mannschaften besser waren und woran seine eigenen Spielerinnen arbeiten müssen", erinnert sich Thomas Leiner, der den Jubilar seit mehr als 40 Jahren kennt.
Tanja Sadowski hat unter Hubert in den 1980ern das Einmaleins des Handballs gelernt: das Eins-gegen-Eins mit der Gegenspielerin, Sprungwürfe und vieles mehr. "Er hat immer alles aufgeschrieben, Spielzüge dokumentiert und war immer akribisch vorbereitet; seine Trainings waren Taktik pur", erinnert sich Sadowski. Vor allem aber habe sich der heute 90-Jährige viel Zeit für jede einzelne Spielerin genommen.
Auch dank der von ihm vermittelten Grundlagen konnte Sadowski in den 1990er-Jahren eine beachtliche Handball-Karriere starten. Sie stand in der Bayern-Auswahl und im erweiterten Nationalkader, spielte für die DJK Würzburg, den VfB Leipzig und die DJK Rimpar. "Manchmal bestand die unterfränkische Bezirksauswahl fast nur aus Spielerinnen von Garitz und Bergtheim", erinnert sich Sadowski. "Er hat nie im Damenbereich trainiert, aber immer erfolgreiche Jugendspielerinnen herausbekommen."