Der August 2016 gehört zu den trockensten der letzten Jahre. Der wärmste war er laut Wetterstatistik allerdings trotz der jüngsten Hitzetage nicht. Denn der August hat am Anfang durchaus geschwächelt und erst zum Ende richtig Fahrt aufgenommen. Hochsommerliche Temperaturen und Trockenheit - die meisten freuen sich über die Schönwetterphase zum Sommerendspurt.

An den Flüssen im Landkreis macht sich das an derzeit niedrigen Wasserpegeln bemerkbar.
Doch beim Wasserwirtschaftsamt in Bad Kissingen sieht man die Situation noch gelassen. Der stellvertretende Amtsleiter Uwe Seidl betont zwar, dass sich die Wasserstände an Saale, Sinn und Lauer in den letzten Tagen in Richtung Niedrigwasser entwickelt haben, doch es gebe noch keine akuten Einschränkungen. Man habe eine für den Sommer relativ normale Situation. Das Niedrigwasser stehe in keinem Verhältnis zur Situation im vergangenen Jahr, so Uwe Seidl.

Die niedrigen Wasserstände in der Saale machen deshalb auch dem Bad Kissinger Dampferle keinerlei Probleme. Bis die Dampferle nicht mehr fahren können, "muss es noch ein bisschen länger trocken bleiben", betont Gudrun Fischer von der Saaleschifffahrt in Bad Kissingen. Die Boote hätten einen sehr geringen Tiefgang und könnten bei noch deutlich geringeren Wasserständen fahren.


Bei Hitze weniger Fahrgäste

Problematischer war für die Betreiber eher die Hitzewelle in der vergangenen Woche. Die Fahrgastzahlen lagen da deutlich niedriger als sonst üblich. Gudrun Fischer geht davon aus, dass es den Leuten einfach zu heiß gewesen ist. Denn auffallend sei gewesen, dass die Vormittagsfahrten im Besucherschnitt lagen, aber am Nachmittag die Fahrgäste fehlten. Gerade ältere Leute seien dann zuhause geblieben, schätzt Gudrun Fischer. Doch die Wettervorhersagen für diese Woche stimmen die Bad Kissingerin optimistisch. Spätsommerliche, nicht zu hohe Temperaturen und Sonnenschein seien ideal.


3000 Gäste im Schwimmbad

Während die Hitze beim Dampferle eher schlecht ist für die Besucherzahlen, hat das Bad Kissinger Terrassenschwimmbad von den heißen Temperaturen der letzten Woche profitiert. Am Sonntag erlebte das Bad einen Spitzenbesuchtag mit rund 3000 Gästen. Auch die anderen Tage seien sehr gut besucht gewesen, betont Betriebsleiter Roland Bühner. Allerdings hätte sichBühner ein so stabiles Sommerwetter auch schon vor den Sommerferien gewünscht. "Die Saison hat spät begonnen", erklärt er. Das Terrassenschwimmbad wird trotz dieser schönen Spätsommertage kein wirklich gutes Jahr erwirtschaften können. "Wir bräuchten jetzt noch durchgehend schönes, heißes Wetter bis zum Saisonende, um ein annährend normal gutes Jahr zu erreichen", erklärt Roland Bühner. Das Terrassenschwimmbad ist in diesem Jahr noch bis 11. September geöffnet.
Die Stadt Bad Kissingen ksnn sich also dank der anhaltenden Schönwetterperiode über höhere Besucherzahlen im Terrassenschwimmbad freuen.


Höherer Pflegeaufwand

Doch es gibt natürlich auch Kehrseiten der Schönwetterphase. Der Pflegeaufwand bei den städtischen Zierbrunnen ist in solchen sonnigen Perioden meist deutlich höher. Im feucht-warmen Klima fühlen sich die Algen wohl. Nicht nur das Wasser des neuen Rosengartenbrunnens veralgt schneller bei Hitze, auch die meisten anderen Brunnen im Stadtgebiet müssen dann häufiger gereinigt werden, erklärt Mario Selzer von der Stadt Bad Kissingen. Aktuell würden aber alle Brunnen ganz normal laufen; zehn innerstädtische Brunnenanlagen gibt es. Der Rest befindet sich in den Stadtteilen.


Ein Brunnen ganz ohne Algen

Bei fälligen Reinigungsarbeiten müssten sowohl das Becken, als auch die Düsen gereinigt werden. Eine spezielle Druckerhöhung für die innerstädtischen Brunnenanlagen sorgt dafür, dass Reinigungsarbeiten an einzelnen Brunnen möglich sind, ohne dass alle anderen ebenfalls abgeschaltet werden müssen. Die Kissinger Stadtbrunnen werden aus der Quelle des Liebfrauensees gespeist, erläutert Mario Selzer.Wasser gibt es dort genug, auch wenn es jetzt lange nicht geregnet hat. Interessant ist, dass einer der städtischen Brunnen keinerlei Veralgungen aufweist. Es handelt sich dabei um den kleinen Wasserspender in Garitz. Woran es liegt, ist unbekannt - vielleicht am Wasser, das aus der Quelle in der Kirchbergstraße kommt.


Jetzt wäre Regen recht

Während Algen jetzt die besten Bedingungen für ihr Wachstum finden, sieht es auf den Äckern und in den Wäldern etwas anders aus. Hier bräuchten die Pflanzen nach Meinung der Landwirte und Forstleute langsam wieder einmal Regen.