Turnsaal, Gasthaus, Kneipe - es ist ein traditionsreicher Platz in der Jahnstraße vom Stadtteil Garitz, an dem der Caritas-Kreisverband in Zusammenarbeit mit Wolf-Haus (Burkardroth-Gefäll) die Tagespflege St. Marien mit Sozialstation realisierte. Nach einjähriger Bauzeit - und zeitlicher Corona-Verzögerung - wurde nun das Gebäude seiner Bestimmung übergeben.

"Reibungslos!" antwortet Bernhard Wolf auf die Frage nach der Zusammenarbeit mit der Stadt und mit den Nachbarn, die die Beeinträchtigungen durch den Abbruch der bestehenden Gebäude und das Erstellen des großen Gebäudes klaglos akzeptierten. Er dankte allen Beteiligten für den guten Umgang miteinander - sichtbares Zeichen war ein Blumenstrauß für das Pflegeteam, das aus drei Pflegefachkräften und einer Pflegehelferin besteht. Entstanden ist ein Haus mit leichter Hanglage, in dem neben der Tagespflege mit der Sozialstation auch neun Wohnungen integriert wurde. Diese können als Eigentumswohnungen erworben werden. Der Parterrebereich ist für insgesamt 31 Personen konzipiert, die von Montag bis Freitag jeweils von 8 bis 17 Uhr betreut werden, so Pflegedienstleiterin Simone Sick.

Fahrdienst zur Verfügung

Es gibt Gemeinschafts- und Ruheräume, in denen tagesstrukturierende Maßnahmen angeboten werden. Das Leistungsangebot beinhalte die fachliche Betreuung inklusive der Mahlzeiten. Dank der Versorgung durch die Heß'sche Stiftung könne man aus zwei Gerichten auswählen, außerdem stehe ein Fahrdienst zur Verfügung. Damit möchte man nicht nur die pflegenden Familien entlasten, sondern auch der Isolation entgegenwirken. "Das Haus soll eine Begegnungsstätte für Menschen sein, die auf Begleitung, Förderung und Pflege angewiesen sind", so Simone Sick.

Für Emil Müller, Vorsitzender des Caritas-Kreisverbandes, ist die Tagespflege eine Erweiterung der ambulanten Pflege, die man schon seit Jahrzehnten im Landkreis anbiete. Die Nachfrage sei da, denn die pflegebedürftigen Personen sind tagsüber gut aufgehoben und sind abends wieder in ihrem gewohnten Umfeld.

Mit der Eröffnung der zweiten Tagespflege innerhalb kurzer Zeit realisiere der Caritas-Kreisverband sein Motto "Not sehen und handeln". Für Bürgermeister Anton Schick ist es ein Tag der Freude, denn die Einrichtung ergänze das örtliche Geschehen im größten Stadtteil von Bad Kissingen. Hierdurch werden verschiedene Bedürfnisse unter einen Hut gebracht - die von den pflegenden Familien und die von den pflegebedürftigen Personen.

Sein Dank galt Bernhard Wolf, einem Investor aus der Region, der mit Handwerkern aus der Region das Vorhaben realisierte: "Somit bleibt die Wertschöpfung in der Region." Allen, die hier im Haus wirken werden, wünschte er viel Erfolg. Diakon Christoph Glaser übergab das Haus seiner Funktion im Rahmen einer Segensfeier. Es sei "Wohn-, Lebens- und Arbeitsraum, das Geborgenheit und Sicherheit" vermitteln soll. Sein Gastgeschenk war ein besonders gestaltetes Kreuz, für das man sicherlich einen geeigneten Platz finden werde.