Rund 200 Gymnasiasten der siebten und achten Klassen aus dem Landkreis starten im Februar für mehrere Tage in die Berge, um dort Ski und Snowboard zu fahren. "Manche sind zum ersten Mal im Gebirge. Das ist für sie ein wunderschönes Erlebnis", sagt Margarita Huppmann-Fronczek. Die Sportlehrerin organisiert und leitet seit 15 Jahren die Skilager am Bad Brückenauer Franz-Miltenberger-Gymnasium. Die Skikurse sind an den Schulen nach wie vor sehr beliebt.


Daran hat auch der schlimme Ski-Unfall des ehemaligen Formel-1-Rennfahrers Michael Schumacher in Frankreich Ende Dezember nichts geändert. Dass Schumacher seitdem mit einem Schädel-Hirntrauma im künstlichen Koma liegt, wird von den Schülern im Zusammenhang mit dem eigenen Skiausflug nicht diskutiert, berichtet Huppmann-Fronczek. "Weder die Schüler noch die Eltern haben da eine Besorgnis geäußert", sagt sie.

Vertrauen in die Schulen

Gleiches berichten auch die Lehrer an den Gymnasien in Bad Kissingen, Hammelburg und Münnerstadt. "Ich spreche das Thema an, um die Schüler für Sicherheit zu sensibilisieren", sagt Manfred Orthober vom Frobenius-Gymnasium in Hammelburg.

"Dass beim Skifahren etwas passieren kann, ist nichts Neues", meint die Bad Kissinger Sportlehrerin Dorothea Baumgart. "Ich vermute, dass die Eltern da Vertrauen in uns haben", schätzt sie.

Ein Betreuer darf sich auf der Piste um höchstens zwölf Schüler kümmern. So schreibt es das Kultusministerium vor. Huppmann-Fronczek und fünf weitere Kollegen sind in diesem Jahr für die Sicherheit von 56 Jugendlichen verantwortlich. Sie klären die Schüler über die international üblichen Pistenregeln auf. Etwa, dass sie genügend Abstand zu anderen Fahrern einhalten sollen. "Das ist Pflichtprogramm", betont Huppmann-Fronczek. Ebenso wird in Rollenspielen das richtige Verhalten am Lift und in der Nähe von Pistenraupen geübt, um Unfälle zu vermeiden.

Die Lehrkräfte achten darauf, dass jeder Schüler mit der richtigen Ausrüstung ausgestattet ist. "Die Helmpflicht für Snowboarder besteht bei uns an der Schule seit 2000. Für Skifahrer besteht sie auch schon seit mindestens sechs Jahren, wenn nicht sogar länger", sagt die Bad Brückenauer Sportlehrerin. Der Helm gehört heut zu jeder Leihausrüstung dazu. Schüler, die selbst keinen besitzen sind verpflichtet, sich einen zu borgen.

Sicherheit auf Skikursen ist gut

Reicht das aus, um genügend Sicherheit auf der Piste zu gewährleisten? "Wenn du eine ordentliche Ausrüstung hast, ist das heute Sicherheit auf höchstem Niveau", sagt Rodulf Weber. Er führt das Fachbekleidungsgeschäft Müller Sport in der Bad Kissinger Innenstadt und ist selbst leidenschaftlicher Skifahrer. Wichtig ist, dass die Sicherheitsbindung der Skier und die Schuhe zu Körpergewicht und Größe des Fahrers passen. Nur wenn sie richtig eingestellt sind, löst sich die Bindung beim Sturz und es können schwere Verletzungen beispielsweise am Knie vermieden werden. "Das ist das größte Sicherheitsthema seit über 30 Jahren", erklärt Weber.

Ausrüstung für Extremsportler

Zwar gibt es Rückenprotektoren zum Schutz der Wirbelsäule, die werden aber nur von einer kleinen Randgruppe nachgefragt. "Die sind mehr für Freestyle Skifahrer und Snowboarder, die über Schanzen springen", sagt er. Normale Skifahrer oder gar Anfänger, wie sie bei den Schulklassen die Regel sind, benötigen das nicht.

Da ist es bedeutender, einen guten Helm zu tragen. "Die Helme, die in den Geschäften zu kaufen sind, sind alle TÜV geprüft", erklärt Weber. Auch günstige Modelle bieten guten Schutz. Wer sich einen Helm aussucht, sollte darauf achten, dass der Helm nicht rutscht oder drückt, sondern gut passt. Die Ausrüstung ist das eine, die persönliche Verantwortung das andere. "Im Gelände und im Tiefschnee passieren mehr Unfälle, auch bei guten Skifahrern", warnt Weber. Wer auf den ausgewiesenen Hängen bleibt, fährt auf der sicheren Seite.