Die Schülerzahlen auf dem flachen Land sind nicht nur ein Politikum in Wahlzeiten, sondern eine echte Herausforderung für Schulleiter und Lehrer. In Raum Bad Brückenau sind die Schülerzahlen zwar einigermaßen konstant geblieben, aber trotzdem hat sich etliches verändert: 2012 starteten 148 Schüler in sieben Regel- und acht jahrgangsgemischten Klassen, heuer sind es vier Regel- und zehn gemsichte Klassen für 155 Mädchen und Jungen.

In den
vergangenen Jahren wurde in etlichen Grundschulen bereits die Jahrgangsmischung eingeführt, heuer zieht nun auch die Bad Brückenauer Grundschule nach. Dagegen macht Oberleichtersbach wieder einen Rückzieher: Dort werden nach einem Jahr die Erst- und Zweitklässler ab Mittwoch wieder getrennt unterrichtet.

Am kreativsten war das Schulamt in Zeitlofs: Dort werden die 13 Erstklässler zusammen mit einem Teil der Zweitklässler unterrichtet, der Rest der Zweitklässler lernt zusammen mit den Schülern der 3. Jahrgangsstufe. Nur die 4. Klasse wird in einer Regelklasse unterrichtet. "Eigentlich wollten wir die Klassen 1 und 2 mischen, aber das wären dann 26 Schüler gewesen", berichtet Schulleiterin Barbara Buz. Weil die sogenannten Jami-Klassen (Jami steht für Jahrgangsmischung) aber nicht mehr als 25 Schüler haben sollen, wurden die Klassen anders zusammengewürfelt.

Die Klasse 1/2 hat nun 20 Schüler, also 13 Erst- und sieben Zweitklässler. Die Klasse 2/3 hat 22 Schüler, die 4. Klasse 16 Schüler. Dass Buz, die eigentlich Schulleiterin in Bad Brückenau ist, auch für Zeitlofs zuständig ist, liegt daran, dass die Stelle der langjährigen Schulleiterin Ingard Kraemer noch nicht besetzt ist. "Das war schon drei Mal ausgeschrieben", berichtet Buz. Nun muss sie ran und fährt mindestens einmal in der Woche nach Zeitlofs.

Neu besetzt wurde dagegen die Stelle von Siegfried Klug in Oberleichtersbach: Andreas Kraus, bisher Stellvertreter von Barbara Buz in Bad Brückenau, ist dort der neue Chef. "Wir haben die Jahrgangsmischung wieder zurückgenommen", berichtet dessen Stellvertreterin Irmgard Heinemann. Möglich wurde das, weil ein Kind in der 2. Klasse zugezogen ist. Ab morgen werden die 13 Zweitklässler und die 19 neuen Schüler also getrennt unterrichtet.

Keine drei 1. Klassen möglich

Viel Rechnerei ging auch der Einführung der Jami-Klassen in Bad Brückenau voraus: 51 Kinder werden dort heuer eingeschult, sogar drei mehr als vor einem Jahr. Damals waren es drei Klassen. Wer nun denkt, dass es heuer auch wieder drei Klassen sein dürfen, irrt jedoch: "Zum einen hatten wir mehr Schüler für die Ganztagesklasse, zum anderen hatten wir damals einen höheren Anteil an Migrationshintergrund", nennt Buz die großen Unterschiede.

Weil es keine drei 1. Klassen geben durfte, hat sich die Schule nun entschieden, fünf Jami-Klassen zu bilden: Zwei Ganztagesklassen für die 15 Erst- und 22 Zweitklässler plus drei Regel-Jami-Klassen, auf die die weiteren 36 Abc-Schützen aufgeteilt sind. Ob es bei der Jahrgangsmischung bleibt, ist laut Buz noch offen: "Für uns sind die jahrgangsgemischten Klassen Neuland, wir müssen uns da jetzt erst einmal einarbeiten", sagt sie. Die Entscheidung in den komemnden Jahren richte sich auch nach den Schülerzahlen.

Wie Buz ist auch Erika Hänlein für zwei Schulen zuständig: Wildflecken und Riedenberg. Während in Wildflecken die Jahrgangsmischung kein Thema sei, wird sie in Riedenberg heuer im zweiten Jahr fortgeführt, weil sonst die Klasse mit neun Schülern nicht zu halten wäre. Und das dürfte so bleiben, denn: "Sowohl in Riedenberg, als auch in Wildflecken bleiben die Schülerzahlen in den kommenden Jahren halbwegs konstant."