Pferde sind einzigartige Tiere von edlem Charakter und mit ausgeprägten Sinnen. So auch Starlotta, eine sechsjährige Oldenburger Stute, die aus der Zucht von Britta Stürken stammt. Starlotta steht schon einige Zeit in Sulzthal in Beritt. Offenbar konnte die Stute ihrer Besitzerin erklären, dass dieser Ort optimale Trainingsbedingungen bietet, sodass Britta Stürken den Hof gekauft hat und ihn nun zu einem Ausbildungszentrum für Pferd und Reiter ausbaut.

"Ich freue mich jedes Mal, wenn ich nach Sulzthal komme", erklärt die 43-Jährige. Noch pendelt Stürken zwischen Norddeutschland und Unterfranken. Nach den Sommerferien soll der "Quellenhof an der Sulz", wie die neue Besitzerin die ehemalige Reitanlage von Dieter Hesselbach genannt hat, aber ihr fester Wohnort werden.
Stürken stammt aus Luhmühlen, dem Mekka der Vielseitigkeit im Reitsport.
Luhmühlen verfügt über ein groß angelegtes Ausbildungszentrum und veranstaltet internationale Turniere. Aber auch das kleine unterfränkische Sulzthal ist im Vielseitigkeitssport weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Dafür sorgt der örtliche Reit- und Fahrverein, der regelmäßig Vielseitigkeitsturniere auf der Steige organisiert.

Lebenstraum erfüllt


Für den Verein geht die Norddeutsche bereits als Mitglied an den Start. Der Verein der Pferdefreunde Sulzthal, der mit Dieter Hesselbach verknüpft war, hat zu dem "Quellenhof an der Sulz" keine Verbindung mehr. Bis zum Kauf des Hofes war Reiten für Stürken, die mehrere kaufmännische Berufe und ein Sprachendiplom absolviert hat, ein Hobby. Jetzt hat sie sich ihren Lebenstraum erfüllt und managt den Reiterhof und deren Einsteller.
"Wir können hier Lehrgänge organisieren, Pferde in Beritt nehmen und auf Turnieren vorstellen, Reitunterricht geben und natürlich trainieren. Die Reitanlage ist optimal angelegt. Alles ist vorhanden. Auf der nahe gelegenen Steige können wir ebenfalls bis zum höchsten Niveau trainieren", sagt Stürken. Aber es müsse sich noch entwickeln. "Wir haben sehr viele Möglichkeiten."

Nicht nur ihr Lebenspartner trägt diese Idee mit, auch vom Schweizer Felix Sulzer bekommt Stürken Unterstützung: "Felix und ich haben uns 1999 bei einer Europameisterschaft kennengelernt", sagt Stürken. Die Pferde des Schweizers, der erfolgreich Vielseitigkeitsturniere bestreitet, stehen seit September 2011 in Sulzthal, als die Reitanlage noch Dieter Hesselbach gehörte. So entstand der Kontakt der Norddeutschen ins Frankenland.
Auf dem Hof ist vieles im Umbruch: In der Halle wurde bereits der Boden erneuert, der Wohnbereich wird neu gestaltet, Hindernisse wurden geliefert, die Koppeln werden neu eingeteilt und die Boxen sollen vergrößert werden. Auf dem "Quellenhof an der Sulz" entstehen 25 Plätze. Elf Pensionspferde und Stürkens eigenes Pferd, Starlotta, genießen dort bereits ein abwechslungsreiches Leben.

Gutes Verhältnis zum Vorbesitzer


Barbara Lindner, die seit vielen Jahren auf dem Hof arbeitet, unterstützt die neue Besitzerin. Aber auch zum Vorbesitzer Dieter Hesselbach pflegt Stürken ein gutes Verhältnis, was sie auch sehr schätzt: "Er steht jederzeit mit Rat und Tat zur Seite."

Mit Elan geht Stürken an ihre neue Aufgaben, wohl wissend, dass damit ihr bisheriges Leben einen großen Schnitt erlebt: "Aber dieser Schnitt ist nur positiv, wenn man sieht, was hier alles entsteht. Die Lage ist traumhaft, die Reitanlage ist bestens durchdacht." Nach den Sommerferien will die Norddeutsche endgültig in Unterfranken sesshaft werden. Bis dahin wird noch renoviert und, sobald es die Zeit erlaubt, geritten - am liebsten mit Starlotta im Dressurviereck.