Rangerinnen und Ranger sorgen in Schutzgebieten für Besucherlenkung und -information. Mit steigendem Besucherdruck im Unesco-Biosphärenreservat Rhön wird ihre Arbeit immer wichtiger. In der bayerischen Rhön sind daher die Ranger-Stellen in den vergangenen eineinhalb Jahren deutlich aufgestockt worden. Ab dem 1. September werden in den Landkreisen Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld insgesamt elf Rangerinnen und Ranger im Einsatz sein. Unterstützt werden sie von einem Gebietsbetreuer der Kreisgruppe Bad Kissingen des Bund Naturschutz, der ebenfalls in diesem Jahr seine Arbeit aufgenommen hat, heißt es in einer Pressemitteilung des Biosphärenreservats.

Die Rhöner Kulturlandschaft mit ihrer Reichhaltigkeit und Eigenart zieht jedes Jahr Millionen Besucherinnen und Besucher an. Nicht nur die Rhönerinnen und Rhöner erfreuen sich beim Abendspaziergang, der Wanderung oder Fahrradtour an ihrer Schönheit, auch immer mehr Touristen gehen im Unesco-Biosphärenreservat Rhön ihrer Lieblingsbeschäftigung in freier Natur nach. Der Reichtum dieser beliebten Mittelgebirgslandschaft erhält sich aber nicht von selbst. Land- und Forstwirtschaft gestalten sie seit Jahrhunderten Tag für Tag mit, und auch die Natur selbst unterliegt einem ständigen Wandel. Das führen Klimaveränderungen vor allem in der Rhön mittlerweile drastisch vor Augen.

Zeit und Sachverstand

Die Rhöner Kulturlandschaft verdient, dass man sich intensiv um sie kümmert - und das kostet Zeit und braucht Sachverstand. Dabei wirkt am intensivsten und am nachhaltigsten die persönliche Ansprache draußen durch Menschen, die diese Vermittlung - freundlich, verständnisvoll, fachkompetent und klar - zu ihrem Beruf gemacht haben.

Über Jahrzehnte waren die personellen Kapazitäten des Naturparks, der Verwaltungsstelle Biosphärenreservat Rhön und des Bund Naturschutz in der bayerischen Rhön sehr begrenzt. Die

Verwaltungsstelle hatte zwei Ranger, die in den Naturschutzgebieten präsent waren, in der Langen Rhön erhielten sie früh Unterstützung durch Gebietsbetreuer und Berufsjäger der Wildland-Stiftung Bayern. Der Naturpark hatte keine Ranger, das Naturschutzgebiet Schwarze Berge, obwohl fast genauso groß wie die Lange Rhön, keine eigene Gebietsbetreuung.

Situation hat sich grundlegend verbessert

Innerhalb von eineinhalb Jahren hat sich diese Situation grundlegend und zum Besseren gewandelt. Seit dem 1. Januar 2020 verfügt der Naturpark Bayerische Rhön über eigene Ranger: Daniel Scheffler und Amelie Nöth sind den Rhönerinnen und Rhönern bereits aus der Presse bekannt. Ab dem 1. September werden sich dann insgesamt vier Naturpark-Rangerinnen und -Ranger, zwei im Landkreis Rhön-Grabfeld (Daniel Scheffler und Martina Faber) und zwei im Landkreis Bad Kissingen (Amelie Nöth und Leonard Helfrich), um die Bereiche Naturschutz, Landschaftspflege und naturschutzrelevante Forschung sowie Besucherlenkung, Naturerholung und Informationsarbeit und kümmern.

Einhaltung der Schutzgebietsverordnungen

Auf Grund eines neuen EU-Förderprogramms erhält zudem die Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats fünf zusätzliche Rangerinnen und Ranger, von denen sich einer der Kommunikation im Internet und in den Social Media annimmt, während sich die vier anderen mit ihren Kolleginnen und Kollegen vom Naturpark die Arbeit im Gelände teilen werden. Zuguterletzt hat die Kreisgruppe Bad Kissingen des Bund Naturschutz zum 1. April vom Bayerischen Naturschutzfonds eine halbe Stelle für einen Gebietsbetreuer für das Naturschutzgebiet (NSG) Schwarze Berge bewilligt bekommen. Diese Aufgabe hat Karl-Heinz Kolb, kein Unbekannter in der Rhön, übernommen.

Bei Fragen des Vollzugs der NSG-Verordnungen oder der Landschaftspflege und Naturpark- Förderung arbeiten die drei Organisationen nicht nur untereinander, sondern auch mit den beiden unteren Naturschutzbehörden an den Landratsämtern in Bad Neustadt und Bad Kissingen eng zusammen. Gleiches gilt für die beiden Landschaftspflegeverbände bei der Vorbereitung und praktischen Durchführung von Landschaftspflegemaßnahmen. Am Beispiel der Lupinenbekämpfung lässt sich das Zusammenspiel gut demonstrieren: Wie in der Langen Rhön

Torsten Kirchner wird in den Schwarzen Bergen Karl-Heinz Kolb als Gebietsbetreuer die Planung,

Organisation und Steuerung der Pflegeeinsätze übernehmen. Die Rangerinnen und Ranger

betreuen die Ehrenamtlichen bei der Arbeit im Gelände fachlich, stehen ihnen mit Rat und

Tat zur Seite und legen auch selbst Hand an. Die Naturschutzbehörden wissen Bescheid, wer wann und wo im Einsatz ist. Verwaltungsstelle, BN-Kreisgruppe und Naturpark informieren auf

ihren Internetseiten und über die Social-Media-Kanäle über die Aktionen. Natürlich werden die Rangerinnen und Ranger auch ein wachsames Auge auf die Einhaltung der Schutzgebietsverordnungen haben. In sensiblen Gebieten müssen Spielregeln gelten, nicht anders als im Straßenverkehr. Dabei gilt immer: Information und Aufklärung stehen an erster Stelle. Wer aber zum Beispiel, wie letztes Jahr passiert, sein Wohnmobil im Naturschutzgebiet auf dem prioritären Lebensraum Borstgrasrasen abstellt, Tische, Stühle und Grill auspackt und am nächsten Tag auch noch seine Chemietoilette hinter einen Busch kippt, der muss mit einer Anzeige rechnen. Die Rhöner Kulturlandschaft darf kein Wegwerfartikel werden.

Ranger in den Medien vorstellen

Ebenso wie Daniel Scheffler und Amelie Nöth sollen die neuen Rangerinnen und Rangern nach

der Einarbeitungsphase in den Medien vorgestellt werden.