2013 wird nicht als Annus horribilis - Schreckensjahr - in die Geschichte des Landkreises eingehen. Wenige Monate vor der Kommunalwahl im März zog Landrat Thomas Bold (CSU) bei einer Besprechung der Bürgermeister eine gute Bilanz. Er sprach von einem "ausgesprochen positiven Jahr für den Landkreis. Die gesamte Region habe einen Schub nach vorne gemacht."

Die Lage scheint so gut zu sein, dass auch eine Senkung der Kreisumlage denkbar ist.
Siegfried Erhard (CSU) hatte das angeregt. Bold machte ihm und seinen Bürgermeister Kollegen Hoffnung: Die Signale seien positiv, nachdem auch der Bezirk einen Schritt in die richtige Richtung gemacht habe.

Unter den "Top-Aufsteigern"

Für den Landkreis war schon einige Wochen vor Weihnachten Bescherung: Laut dem Zukunftsatlas von Prognos hat sich der Raum Bad Kissingen seit 2010 klar verbessert. Er hat seit dem Jahr 2004 einen Sprung um 126 Plätze auf Rang 142 geschafft. Trotz einschneidender Veränderungen wie etwa durch den Truppenabbau, so Bold. Damit gehöre der Landkreis zu den "Top-Aufsteigern". Bei der Standortstärke verbesserte er sich von Platz 200 auf 132.

Noch besser platzierte sich der Kreis in den Kategorien soziale Lage und Wohlstand (83) und Arbeitsmarkt (88 nach 269).
Darüber freute sich Bold besonders. Mitte der 90er Jahre lag die Quote noch auf Bundesebene, jetzt liegt sich nur noch wenig über den Zahlen für Bayern. Das sei aber kein Grund um sich auszuruhen, sagte Bold, sondern Anlass, weiter daran zu arbeiten.

Auch bei der Erweiterung des Biosphärenreservats sei man vorangekommen. Die Voraussetzungen seien erfüllt worden, eine Entscheidung erwartet Bold im ersten Halbjahr 2014.
Einen "ganz wichtigen Faktor für die Zukunft" nannte Bold die interkommunale Zusammenarbeit auch über die Landkreisgrenzen hinaus. Die Allianz Kissinger Bogen soll noch im Dezember von den Gemeinderäten verabschiedet werden. Bei der Brückenauer Allianz und dem Fränkischen Saaletal sind die Abschlussveranstaltungen für den Januar vorgesehen.

Allgemeinärzte werden knapp

Auch das Thema Ärzteversorgung werde den Landkreis "sehr stark beschäftigen". Bold erwartet angesichts der Altersstruktur bei den Allgemeinmedizinern von Praxisschließungen. Um dem entgegen zu wirken, soll es Stipendien für künftige Hausärzte geben. An der Uni Würzburg werde ein Lehrstuhl für Allgemeinmedizin eingerichtet.

Bold verkündete weitere gute Nachrichten: Das Konversionsmanagement laufe gut, im Rahmen des Machbaren sei in den Straßenbau - mehr als vier Millionen Euro - investiert worden. Das Ehrenamt erfahre durch das Netzwerk Bürgerengagement eine Stärkung. Beim "Generationenfreundlichen Landkreis" komme man ebenso voran wie bei der Bildungsregion.

Erwähnung fanden auch die Sprengung der Sinntalbrücke vor 8000 Schaulustigen sowie der Jahresausflug des Kreistag, der mit zehn Bildern allerdings leicht überrepräsentiert war.
Bold und Erhard lobten die gute Zusammenarbeit in den Gremien, "die macht uns stark und bringt und voran". Erhard, der Kreisvorsitzende des Bayerischen Gemeindetags sagte, auf Netzwerke und Ehrenamt sei man immer stärker angewiesen.