Die Gemeinde Oerlenbach setzt bei der Energiewende primär auf Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern. Bei der ersten Sitzung des Ausschusses für Natur und Umwelt, Forst und Landwirtschaft diskutierten die Gemeinderäte auch über Windräder, Flächenvoltaik und Einsparpotentiale in den gemeindlichen Gebäuden.

Mit eigenen Energiespeichern machen PV-Anlagen auf den Dächern der öffentlichen Gebäude im Gemeinde beinahe überall Sinn. 2. Bürgermeister Benedikt Keßler hatte die vorhanden Daten über den Energieverbrauch zusammengeführt und mit den Leistungen üblicher PV-Anlagen verglichen. Dabei ist Keßler über den großen Basisverbrauch - der Grundlast - einzelner Einrichtungen gestolpert. Während er die Verbrauchsspitzen und den Energieverbrauch über den Tages- und Jahresverlauf gut nachvollziehen konnte, erschien ihm die Grundlast "erschreckend hoch".

"Energieschlucker" suchen

In vier ausgesuchten Bauten will man nun die "Energieschlucker" finden und so dem hohen Grundverbrauch auf die Schliche kommen. Den Rat eines Fachmannes wird sich die Verwaltung zudem einholen, um eine eigene Strategie für PV-Anlagen auf den Dächern zu erarbeiten. Eines machte Keßler in seiner Übersicht aber schon deutlich: Der von der Sonne erzeugte Strom muss in eigenen Speichern zwischengelagert werden.

Nicht ganz vom Tisch ist das Thema Windräder, auch wenn der letzten Anlauf des (alten) Gemeinderates am Votum der Bürger scheiterte. Die Suche nach einem guten Ort für die Windkrafterzeuger wird sich aber als sehr schwer erweisen.

Keine Flächen-PV-Anlagen

Gegen Flächen-PV-Anlagen im großen, gewerblichen Stil hat sich der Ausschuss ausgesprochen und folgt damit einem Grundsatzbeschluss aus dem Jahr 2018. Ob es für wenige Flächen, die nicht landwirtschaftlich genutzt werden können und die nicht als Fremdkörper in der Landschaft wirken, künftig Ausnahmen geben könnte, ließen die Ratsmitglieder offen.

In seinen einführenden Worten hatte Bürgermeister Nico Rogge die Anstrengungen Oerlenbachs für regenerative Energie aufgelistet und so aufgezeigt, dass die Gemeinde die Pläne für alternative, dezentrale Stromerzeuger seit Jahren intensiv verfolgt. Ein großes Einsparpotential scheint es in der Gemeinde zu geben: Den sinnvollen Tausch von normalen Leuchtkörpern mit LED-Technik befürwortete der Ausschuss, der Gemeinderat hatte in seiner letzten Sitzung bereits für mehr LED-Leuchtkraft in der Straßenbeleuchtung votiert. Nach dem "Check" in den vier ausgewählten öffentlichen Gebäuden will man auch hier handeln. Im Verdacht, große Stromschlucker zu sein, stehen alte Heizungspumpen.

Angesichts der Corona-Krise und der erwarteten Auswirkung auf die gemeindlichen Einnahmen möchte Bürgermeister Rogge die "freiwilligen Leistungen" besser reglementieren, um alle Pflichtaufgaben der Kommune schultern zu können. Schnell war deshalb die Frage nach subventionierten Ladesäulen für Autos beantwortet. Es gebe keine sinnvolle Stelle für Ladesäulen, wo Kfz-Lenker lange genug verweilen. Sobald mehr E-Autos über die Straßen rollen, werde die Wirtschaft ein engmaschiges Netz anbieten: da waren sich die Ausschussmitglieder einig. Sinnvoller erschien der Einsatz für E-Bike-Säulen; aber auch hier verlief die Diskussion über den richtigen Standort ohne Ergebnis. Vielleicht - und das will man konkret prüfen - unterstützt Oerlenbach den Bau von Zisternen. Nico Rogge versprach, sich bei Gemeinden umzuhören, die diese Subvention anbieten.

Neue Abteilung: Mountainbike

Der TSV Ebenhausen wird die Mountainbike-Strecke in unmittelbarer Nähe zum Vereinsgelände betreuen. Sebastian Dees berichtete von einer aktiven Gruppe Jugendlicher zwischen zwölf und 18 Jahren, die eine solche Bahn errichten und nutzen wollen. Deshalb wird der TSV eine neue Abteilung ins Leben rufen und die Anlage nur für Mitglieder zur Verfügung stellen. Vor dem Bau legt der Verein konkrete Pläne vor.

Einstimmig lehnte der Ausschuss die Bitte einer Anwohnerin ab, am Ortsende von Eltingshausen ein Verkehrszeichen zu entfernen. Ortskundige wüssten mit der Situation umzugehen, bestätigten die Ratsmitglieder- und Ortsfremden ist die Beschilderung eine echte Hilfe.