In der Kommune am Fuße der Schwarzen Berge brodelt die Gerüchteküche. Der Grund: Angeblich soll ein Photovoltaikpark in Waldfenster entstehen. Wie bei vielen Klatschgeschichten gibt es auch hier einen wahren Kern.

Markt Burkardroth: Ein Thema, das immer wieder auftaucht

"Das Thema ist immer wieder aktuell. Besitzer von Flächen kommen in der Gelegenheit öfters auf die Kommune zu", sagt Daniel Wehner (CSU), der derzeitige Rathauschef im Markt Burkardroth. "Wir müssen erstmal darüber reden, was Sache ist im Marktgemeinderat." Bisher ist laut dem Bürgermeister "noch gar nichts spruchreif".

Dass es jedoch in Bälde konkreter wird, ist abzusehen: "In einer der nächsten Sitzungen wollen wir uns als Gremium erstmal über Photovoltaik informieren", sagt Daniel Wehner. "Dann sehen wir weiter." Für das Oberhaupt des Marktes ist das dringend notwendig, denn: "Bislang haben wir im Marktgemeinderat noch gar nicht darüber gesprochen."

2010: Marktgemeinderat befasste sich mit ähnlichem Vorhaben

Das gilt zumindest für das momentane Gremium. Denn bereits vor zehn Jahren fand sich Photovoltaik-Porojekt auf der Tagesordnung. Damals wollte die 1A-Solar GmbH aus Schweinfurt in der Zahlbacher Gemarkung eine Photovoltaikanlage errichten. Mit der acht Hektar großen Anlage hätten sich laut dem Protokoll der damaligen Sitzung voraussichtlich rund 875 Drei- bis Vier-Personen-Haushalte versorgen lassen.

Damaliger 2. Bürgermeister Sandro Kirchner: "Mit der erstenn Anlage Maßstäbe im Markt setzen"

Der damalige 2. Bürgermeister, Sandro Kirchner (CSU), der mittlerweile Mitglied des Landtags ist, kommentierte das Vorhaben in der Sitzung im Februar 2010: "Wir müssen etwas für für die Umwelt tun, und wollen mit der ersten Anlage Maßstäbe im Markt setzen."

Nach einer Ortseinsicht und einer weiteren Diskussion war das Vorhaben dann im März 2010 allerdings vom Tisch. Und das, obwohl die Verwaltung Regeln erarbeitet hatte, die für Freiflächen-Photovoltaikanlagen hätten gelten können. Beispielsweise hätte laut dem Standortkonzept eine Anlage eine maximale Größe von 10 Hektar. Auch Mindestabstände waren in den Regularien festgelegt. Zu Wohnhäusern sollte die Distanz mindestens 250 Meter betragen. Von Anlage zu Anlage seien 1000 Meter Abstand einzuhalten.

Kritik am Regelwerk des Marktes: Ist es ein Reagieren anstelle eines Agierens?

Blend- und Sichtschutz fanden sich ebenfalls als Eckpunkte, sowie die Sicherung des Rückbaus durch den Betreiber. Dieser hätte laut dem Konzept seinen Sitz im Markt Burkardroth anmelden müssen. Somit wäre anfallende Gewerbesteuer in der Kommune verblieben. Für den damaligen Marktgemeinderat Emil Müller stellten die Regeln ein Reagieren und kein - wie er es anstrebte - Agieren dar.

Kommunalpolitiker kritisierten fehlende Bürgerbeteiligung

Weitere Kritik entzündete sich an der fehlenden Bürgerbeteiligung. Sowohl Sandro Kirchner, als auch die 3. Bürgermeisterin Elisabeth Kuhn äußerten darüber ihr Unverständnis. Letztere versuchte selbst ein Stimmungsbild aus der Bevölkerung einzufangen. Sie musste feststellen, dass kaum jemand etwas über das Vorhaben wusste. Der damalige Bürgermeister Waldemar Bug (ödp) verwies darauf, dass er mit einer Besprechung des Projekts - etwa in einer Bürgerversammlung - dem Gemeinderat nicht habe vorgreifen wollen.

Georg Rottenberger stellte in der Sitzung den Antrag, dass der Marktgemeinderat Burkardroth in seinem Gemeindegebiet keine Freiflächen-Photovoltaikanlagen auf landwirtschaftlichen Freiflächen - darunter fallen Wiesen und Äcker - zulässt. Für den Antrag votierten damals 14 Räte, sechs waren dagegen.