Dichter Nebel ist besser als gar kein Wintererlebnis. Am Samstag zumindest galt dieser Spruch. Nach einer traumhaften Skiwoche mit blitzblauem Himmel und Sonnenschein in den Höhenlagen der Rhön zeigte sich die Rhön am Wochenende eher trüb. Trotzdem kamen die Rhön-Touristen zu Hunderten, um Winterspaß zu genießen. Am Samstag bedeutete dies, dass die bekanntesten Parkplätze um die Mittagszeit bereits überfüllt waren. Das galt besonders für die Parkmöglichkeiten an der Wasserkuppe, im Bereich des Loipenzentrums am Roten Moor, an der Schornhecke zwischen Oberelsbach und Wüstensachsen und auch am Schwarzen Moor.

Viel Betrieb am Kreuzberg

Im Naturschutzgebiet Lange Rhön klemmte die Polizei da so manchen Strafzettel unter die Scheibenwischer von Autos, deren Fahrer nicht beachtet hatten, dass hier das Parken nur auf den ausgewiesenen Flächen erlaubt ist.

Auch am Kreuzberg herrschte ordentlich Betrieb, obwohl genau die Höhenlagen in dichten Nebel gehüllt waren, während in Bischofsheim im Tal recht weite Sicht herrschte. Der Kreuzberggipfel mit dem Sendemast war dann wiederum zumeist nebelfrei und man konnte auf dem zweithöchsten Punkt der Bayerischen Rhön die Sonne genießen.

Mit Schlitten, Schneeschuh oder zu Fuß

Dorthin lockte es wahre Massen von Winterwanderern. Auch Holger Gegner aus Gerolzhofen, der mit Tourenskiern Richtung Gipfel zog, im Schlepptau den Sohnemann. "Das ist das dritte Mal in dieser Woche in der Rhön. Es ist traumhaft", schwärmt der Gerolzhöfer, der vor ein paar Tagen auch im Fichtelgebirge einen Traum-Wintertag genossen hatte. Mit Schlitten, Schneeschuhen oder ganz gewöhnlich zu Fuß auf dem Winterwanderweg zog ein regelrechter Pilgerstrom am Samstag gen Kreuzberg.

Alle Lifte liefen

Mit seinem grünen Allrad-Laster sah man auch Thomas Fuß, Chef der Kreuzberg-Lifte, der die Lage inspizierte. Er konnte sich über reichlich Besuch an den Liften freuen, trotz des nebligen Wetters.

Alle Lifte liefen, auch der Dreitannenlift spuckte auf der Bergstation Skifahrerpaar um Skifahrerpaar aus, die sich von historischen hölzernen Liftbügeln nach oben schleppen ließen. Schon auf der Homepage wurde auf die 2G-Regelung hingewiesen. Dort wurde ihre Einhaltung angemahnt, weil auch das Ordnungsamt Stichproben-Kontrollen angekündigt hatte. Die Skifahrer und Skifahrerinnen, die Snowboarder und Snowboarderinnen hielten sich an die Maßgaben, wer wollte schon den Wintersport in der Rhön nach langer Pause gefährden?

Noch größerer Ansturm

Ganz ungefährlich ist ein Skitag nicht, wenn der Nebel die Sicht erschwert und Brettl-Freunde und Wanderer sich begegnen. In der Bergwacht-Hütte der Bischofsheimer Bereitschaft hatte man dennoch alles gut im Griff. Das Gleiche galt für den Arnsberg, wo die Bergwacht Oberbach ihren Dienst schiebt und für Sicherheit und schnelle Einsatzbereitschaft im Notfall sorgt. Die Bischofsheimer Bergwacht meldete am Samstag einen Skiunfall, auch unter der Woche hatte sie einen Einsatz, ansonsten blieb alles sehr ruhig. Trotz beschränkter Sicht: Auch am Rothang tummelten sich die Schlittenfahrerinnen und Schlittenfahrer, um sich dem Rodelvergnügen hinzugeben, obwohl die Piste kaum zu erkennen war. Für den Sonntag war bewölktes Wetter angesagt, aber weniger Nebel. Für das Winterparadies Rhön bedeutete dies einen noch größeren Ansturm.Gerhard Fischer