Bad Kissingen
Tourismus

Welterbezentrum Bad Kissingen : Möglicher Standort Untere Saline, Provisorium Altes Rathaus

Eine Studie hat sich mit möglichen Standorten für das nötige Welterbebesucherzentrum beschäftigt. Ein Provisorium könnte sich schon bald im Alten Rathaus finden.
Die Untere Saline ist ein möglicher Standort für das Welterbezentrum.
Die Untere Saline ist ein möglicher Standort für das Welterbezentrum. Foto: Borst

Die Stadträte beschäftigten sich in derselben Sitzung mit möglichen Standorten für ein Welterbe-Besucherzentrum. Stadtplaner Hartmut Holl aus Würzburg hatte fünf Areale untersucht, ob sie dafür in Frage kommen: den alten Schlachthof, die ehemalige Güterhalle auf dem nördlichen Bahnhofsareal, das Krugmagazin, den Tattersall mit Hallenbad und die Untere Saline.

Die Verwaltung hatte als Flächenbedarf 750 Quadratmeter vorgegeben. Das Welterbezentrum soll mehr sein als eine Informationsstelle für Besucher, erklärte Kulturreferent Peter Weidisch. "Moderne Besucherzentren sind Begegnungsstätten auch für die Bürger", erklärte er. Sie werden von der Unesco verbindlich vorgeschrieben. Bad Kissingen ist verpflichtet, ein entsprechendes Zentrum einzurichten. Angedacht sind eine Dauerausstellung, ein Veranstaltungsraum sowie eine Lounge, Büro- und Sozialräume, ein Foyer mit Infotheke sowie ein Bistro.

Zwei Standorte geeignet

Den alten Schlachthof, die Güterhalle und das Krugmagazin hält der Planer aus verschiedenen Gründen für ungeeignet. Für den Standort Tattersall/Hallenbad spreche die zentrale Lage, die gute Verkehrsanbindung, die Parksituation und der gute bauliche Zustand des Tattersalls. Zudem könnten nach dem Abriss des Hallenbades in einem Neubau alle Wünsche integriert werden. Jedoch liegt das Hallenbad nicht in der zentralen Schutzzone.

Die Untere Saline ist laut Holl zwar etwas abgelegen und für eine ausschließliche Nutzung als Welterbezentrum zu groß, dennoch spricht viel für sie: Sie ist bereits ein beliebter touristischer Anlaufpunkt, ist gut erreichbar und die Parksituation ist lösbar. Die frühere Wäscherei sei gut für Ausstellungen geeignet. Zudem liegt die Untere Saline in der Schutzzone und der Internationale Rat für Denkmalpflege (Icomos) betont in seinem Bericht an die Unesco, dass der Erhalt der Unteren Saline Priorität habe.

Kritik an der Größe und Finanzierbarkeit ließ nicht lange auf sich warten. "Ich empfinde es als überdimensioniert", sagte Klaus Werner (Grüne). Steffen Hörtler (CSU) kritisierte, dass ein Welterbezentrum in der Größe für die Stadt höchstens langfristig realisierbar und bezahlbar ist - Bad Kissingen brauche jedoch schneller eine Lösung. "Wir müssen ein kostengünstiges Anlaufzentrum zentral in Bad Kissingen schaffen, damit wir im nächsten Frühjahr handlungsfähig sind", sagte er.

Oberbürgermeister Dirk Vogel (SPD) stimmte zu. Er schlug vor, das Alte Rathaus zu nutzen. In dem Gebäude war vor dem Umbau zur Regionalvinothek bereits die Tourist-Information untergebracht. Aktuell sucht die Stadt nach einem neuen Pächter für die Vinothek. Mit diesem müsse man sich absprechen.

Der OB betonte, dass das Welterbezentrum auf lange Sicht gedacht ist. Es wird nicht kurzfristig gebaut. Wie es einmal aussehen soll und wie groß, stehe nicht fest. Vogel sprach sich gegen einen Neubau am Hallenbad aus. Er sieht das Besucherzentrum stattdessen in der Unteren Saline. Es gebe genug Leerstände, die beseitigt werden müssen. "Ich sehe das als Treiber, um wieder eine Entwicklung in die Untere Saline zu bekommen", sagte er.

Bernd Czelustek (SPD) erinnerte an die Obere Saline. Die hatte die Stadt dem Freistaat 1998 für den symbolischen Preis von einer Mark abgekauft, hatte den Umbau gefördert bekommen und nutzt das Gebäude heute erfolgreich als Museum. Diese Chance sieht er auch für die Untere Saline. Der Stadtrat hatte am Ende die Grundsatzentscheidung zu treffen, ob er Interesse an einem Besucherzentrum hat. Die Räte stimmten geschlossen dafür, inklusive der Favorisierung auf die beiden vorgeschlagenen Standorte.