Vor allem mit Blick auf die Gewerbesteuer hat Oberbürgermeister Dirk Vogel bereits zweimal Ausblicke darauf gegeben, wie sehr die Corona-Krise in diesem Jahr auch die Finanzlage der Stadt Bad Kissingen beschädigen könnte. Zunächst sprach er da von 600 000 Euro weniger bei dieser aus den Gewinnen des örtlichen Gewerbes errechneten Steuer. Bereits kurz darauf korrigierte er die Zahl auf 800 000 Euro. Und als Kämmerer Stefan Lang am Mittwoch dem städtischen Finanzausschuss einen Zwischenbericht zur Haushaltslage vorlegte, rechnete er mit ungefähr 830 000 Euro weniger Gewerbesteuer als im vergangenen Jahr. Die Gewerbesteuer ist aber nicht die einzige Einnahmequelle der Stadt, die wegen Corona geringer sprudelt.

Mit Einbußen rechnen muss die Stadt darüber hinaus beim kommunalen Einkommensteueranteil. Das legt bereits das Stichwort Kurzarbeit nahe. Dazu kommen geringere Einnahmen bei Sondernutzungsgebühren und Eintrittspreisen in städtischen Einrichtungen.

Keine Einnahmen

Keine Einnahmen hatte eine Zeit lang auch die örtliche Spielbank, Auswirkungen auf die Spielbankabgabe für die Stadt liegen auf der Hand.

Schmerzen bereitet die Corona-Krise aber nicht nur wegen geringerer Einnahmen. Leiden muss die Stadt auch wegen "Mehraufwendungen in Millionenhöhe", hieß es im Finanzausschuss beim Bericht zur Haushaltslage. Unterm Strich kommt die Kämmerei bei offensichtlich äußerst vorsichtiger Berechnung auf Mindererträge von einer Million Euro ("oder mehr", wie der Kämmerer sagte) und auf einen Mehraufwand von ein bis zwei Millionen Euro. Auf diese Weise, rechnete Lang weiter, könnte aus den 1,08 Millionen negatives Jahresergebnis, das noch der im Januar beschlossene und im April von der Rechtsaufsicht genehmigte Haushalt ausweist, leicht ein Gesamtverlust von drei bis vier Millionen Euro für das Jahr 2020 werden.