Lange herrschte bei Freibad-Betreibern Ungewissheit darüber, wann sie coronabedingt wieder öffnen dürfen. Diese Woche ging plötzlich alles ganz schnell. Die Bayerische Staatsregierung stellte Öffnungsmöglichkeiten zum Freitag, 21. Mai, in Aussicht.

Trotz dieser Ankündigung braucht es im Landkreis noch etwas Geduld. Zwar sind Bäder grundsätzlich startklar. Aber vor dem Saisonstart gibt es noch Fragezeichen. Denn die kompletten Voraussetzungen, unter denen kommende Woche geöffnet werden darf, sollen erst am Mittwoch mitgeteilt werden. Als Einlass-Bedingung ist jedenfalls schon mal ein negativer Coronatest für alle Badegäste gesetzt. Doch es gibt Unwägbarkeiten zu den weiteren Regelungen.

Deshalb möchte Richard Pucher von der KissSalis-Therme auf Nachfrage erst einmal keinen Öffnungstermin versprechen. "Die Inzidenz muss ja erst einmal unter 100 fallen (was inzwischen der Fall ist, Anm. der Redaktion) und länger so niedrig bleiben", begründet der Betriebsleiter seine Zurückhaltung. Problematisch wäre für seine Therme ein Hin und Her bei den Grenzwerten, weil der Betrieb ja nicht mal so eben hoch- und runterzufahren sei.

Unklar sei auch, welche Regelungen für Außen- und Innenbereiche zu erwarten seien. Bei der KissSalis sei das ja nicht zu trennen. "Eigentlich hätten wir drinnen einen sehr sicheren Betrieb", verweist Pucher auf die Lüftungsanlage der Therme. Sie tausche die Luft stündlich komplett aus, welche somit der Außenluft in Sachen Qualität nicht nachstehe. Jetzt wartet Pucher erst einmal die Entwicklung der Rahmenbedingungen ab. "Wenn sie passen, könnten wir binnen zwei Wochen loslegen", ist er überzeugt. Die Zahl der Anfragen steige bereits.

Die Wasserqualität stimmt schon

Überrascht von der Entscheidung der Staatsregierung zur bevorstehenden Bäderöffnung zeigt sich Thomas Hack, Pressesprecher der Stadt Bad Kissingen. Allerdings trifft es das Terrassenschwimmbad nicht ganz unvorbereitet. "Die technischen Voraussetzungen sind geschaffen", berichtet Hack. Die Wasserqualität stimme zum Beispiel schon. Ein paar Tage werde es aber brauchen, um den Betrieb hochzufahren. "Das geht jetzt erst los", beschreibt er unter anderem die Vorarbeiten für den Bewirtungsbetrieb. Dafür beginne nun der Einkauf. Bisher habe ja eine klare Perspektive gefehlt. Nun sei eine Öffnung Anfang Juni denkbar.

Auf einen genauen Öffnungstermin für die Sinnflut in Bad Brückenau will sich Stadtwerke-Chef Michael Garhammer wegen der unklaren Vorzeichen noch nicht festlegen. Zumal es "ein Blick in die Glaskugel" sei, wie die kompletten Hygieneregeln aussehen. Zu den Planungen sei man mit den Bädern in den Nachbarstädten im Austausch. "In den Pfingstferien könnte das noch klappen", sagt Garhammer zum bevorstehenden Badebetrieb. Aktuell verpasse man mit dem Blick auf die Wetterlage ja sowieso noch nichts. Denn zunächst fokussiere sich die Sinnflut auf den Betrieb des Freibades. Gewisse Erfahrungen habe man mit Hygieneregeln aus der Saison 2020.

Neben einer zusätzlichen Testpflicht bereite man sich zudem auf den Einsatz der Luca-App vor. "Gleichzeitig hoffen wir natürlich auf eine Komplettöffnung", sagt Garhammer. Vor allem die Saunakunden warten schon lange. Und auch das insgesamt 35-köpfige Personal, teils von Kurzarbeit gebeutelt, wolle endlich wieder loslegen.

"Anfang Juni sollte machbar sein", gibt auch Anja Binder von den Stadtwerken Hammelburg als Öffnungsperspektive aus. Das Bad stehe gewissermaßen in Bereitschaft. Doch vor der Öffnung müsse noch am Hygienekonzept gefeilt werden. "Die Umsetzung ist sehr personalintensiv", weiß Binder. Zu bedenken sei, dass im Zweischicht-Betrieb gefahren werden müsse, und nicht bereits alle der 20 rund Mitarbeiter geimpft seien. Auf jeden Fall werde es nicht gelingen, in der Sommersaison parallel das Hallenbad zu betreiben.

Neuerung: Schwellbecken

Das Freibad in Maßbach wartet zur neuen Saison mit einer Neuerung auf. Dort begann im Herbst die Sanierung des Schwellbeckens. Dort wird das Wasser gesammelt, bevor es ins Schwimmbecken läuft. In diesen Tagen werden die letzten Arbeiten dazu erledigt, informiert Bürgermeister Matthias Klement auf Nachfrage. Dann müssen die Schwimmbecken gereinigt und mit Wasser gefüllt werden. Normalerweise wird Mitte Mai das Freibad eröffnet und zu Pfingsten können Besucher kommen. Dieses Jahr plane man, frühestens Mitte Juni zu öffnen.

Hoffnungsfroh stimmen die Vorzeichen auch für das Bad in Aura. "Wir gehen von einer Öffnung Anfang Juni aus. Da es sich um ein Naturbad handelt, sind die technischen vorbereitenden Arbeiten schon weitgehend erledigt", so Bürgermeister Thomas Hack. Dennoch brauche es bis dahin für die Organisation noch die Wochen Vorlauf, lässt er wissen.Wolfgang Dünnebier