Inzwischen geht Alfred Gündling in der Rolle als Bürgermeister auf. In der neuen Amtsperiode möchte er etliche begonnene Projekte fertigstellen.
Auf ein weitgehend neues Arbeitsumfeld stellte sich Alfred Gündling vor sechs Jahren ein. Der gelernte Bauschlosser kandidierte für die CSU um das Bürgermeisteramt. "Weil es bis dahin nur einen Kandidaten gab", erinnert sich der heute 59-Jährige. Eine Auswahl sei ganz im Sinne der Demokratie. Lange habe es gedauert, um bei seinem Arbeitgeber grünes Licht für diese Nebentätigkeit zu bekommen. Deswegen kündigte er seinen Antritt vergleichsweise spät an.
Doch die Doppelbelastung von Beruf und Ehrenamt nach der Wahl Gündlings währte nicht lange. Sechs Monate nach der Wahl schloss sein Betrieb, weil es für den kranken Chef keinen Nachfolger mehr gab. Plötzlich war alles anders. "Ich habe keine Arbeit mehr angenommen, um mich mehr auf das Amt zu konzentrieren", sagt Gündling.
Neben den Aufgaben als Bürgermeister betreibt Gündling mit seiner Familie im Nebenerwerb einen Weinbaubetrieb. Er bewirtschaftet 0,6 Hektar Anbaufläche und baut den Wein im eigenen Keller aus. In der Heckenwirtschaft richten Gündlings Weinproben für angemeldete Gruppen, etwa von Kurgästen oder Bundespolizisten, aus. "Doch seit ich Bürgermeister bin, ist das weniger geworden", spielt der Amtsinhaber auf die vielen Abendtermine an, die mit dem Amt verbunden seien.
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An der Arbeit des Bürgermeisters habe er zunehmend Spaß gefunden, sagt er. "Anfangs war es schon eine Umstellung", beschreibt er den Wechsel in die Verwaltungstätigkeit. Als Handwerker habe er Projekte von der Zeichnung zum Produkt auf kurzem Weg umgesetzt. In der Verwaltung brauche manches wegen der Beteiligung vieler an den Entscheidungen oft lange. Doch das Netzwerk mit einem guten Draht zu Bürgermeisterkollegen und dem Landratsamt sowie dem harmonischen Verhältnis in der Verwaltungsgemeinschaft mache die Aufgabe reizvoll.
Zurückhaltend äußert sich Gündling zur Beurteilung der Herausforderungen der vergangenen Amtsperiode im Ramsthaler Gemeinderat. Es hatte 2014 nur eine einzige Liste kandidiert. Darüber kamen zehn Kandidaten vom Bürgerblock in das Gremium, aber mit ihm nur drei von der CSU.
Mehr Frauen im Rat
"Wir haben nicht alles erreicht, was wir hätten erreichen können", lässt er sich als einzigen Kommentar zu den Mehrheitsverhältnissen entlocken. Bedauerlich findet er, dass zum Beginn der Amtszeit nur Männer im Gemeinderat saßen. Inzwischen seien zwar zwei Frauen nachgerückt. Aber für eine neue Amtszeit wünscht er sich noch mehr Frauen im Rat, weil sie die Diskussion um andere Sichtweisen bereicherten. Wolfgang Dünnebier
Drei Fragen an Alfred Gündling