Silbermedaille für Rottershausen

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Die Grundschule in Rottershausen: ein wahres "Pfund", meint Bezirksheimatpflegerin Dr. Birgit Speckle. Jugendliche aus Rottershausen präsentierten in einem Zeitrafferfilm das Rockfestival, das sie alljährlich für rund 7000 Besucher auf die Beine stellen.Archiv: Carmen Schmitt
Die Grundschule in Rottershausen: ein wahres "Pfund", meint Bezirksheimatpflegerin Dr. Birgit Speckle. Jugendliche aus Rottershausen präsentierten in einem Zeitrafferfilm das Rockfestival, das sie alljährlich für rund 7000 Besucher auf die Beine stellen.Archiv: Carmen Schmitt

Im Bezirksentscheid "Unser Dorf soll schöner werden" wurden die Sieger gekürt: Rottershausen erhielt die Silbermedaille und einen Sonderpreis.

Hübsch sollten sie aussehen die Dörfer, herausgeputzt mit viel Grün und Blumenschmuck. So war das 1961, als der bundesweite Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" ins Leben gerufen wurde. Darüber sei man längst hinausgewachsen, erklärte Regierungsvizepräsident Jochen Lange. Er hielt die Festrede bei der Abschlussfeier des Bezirksentscheids in Waigolshausen (Lkr. Schweinfurt) und ehrte die Bezirkssieger dieses Wettstreits: die Dörfer Hellmitzheim (Lkr. Kitzingen) und Großbardorf (Lkr. Rhön-Grabfeld).
Seit 1998 heißt der Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft - Unser Dorf soll schöner werden", und der Fokus geht weit über die reine Verschönerung hinaus. Die nachhaltige Entwicklung, das soziale Leben, die Infrastruktur, das Engagement der Dorfgemeinschaft, die Einbindung in die Landschaft, all dies seien Kriterien, die jetzt Beachtung fänden, so Lange.

Der Wettbewerb sei "die größte Bürgerinitiative, die es je gegeben hat", meinte Nikolai Kendzia, Leiter der Abteilung Gartenbau am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Kitzingen. Die vielen laufenden Dorferneuerungsverfahren zeigten, dass die Entwicklung ihrer Heimat vielen Bürgern eine Herzensangelegenheit sei, bestätigte der Landrat des Landkreises Haßberge, Wilhelm Schneider.

Christine Bender, Landwirtschaftsrätin im Gartenbauzentrum Bayern Nord am AELF Kitzingen, führte durch den abwechslungsreichen Festnachmittag und stellte die Siegerdörfer vor. In allen Dörfern hätten die Kinder und Jugendlichen gut mitgemacht, betonte sie. Jugendliche aus Rottershausen präsentierten in einem Zeitrafferfilm das Rockfestival, das sie alljährlich für rund 7000 Besucher auf die Beine stellen. Die Jugendfeuerwehr Schnackenwerth hatte ebenfalls einen Film dabei, der bewies "Wir lassen nichts anbrennen".

Bender lobte die Gemeinschaft der 390 Einwohner von Hellmitzheim, die die Dorfentwicklung zielgerichtet und zukunftsorientiert voranbrächten. Vorbildlich sanierte Anwesen und kreative Nutzungsideen für die Leerstände zeichnen die Innenentwicklung aus. So habe man aus der ehemaligen Milchsammelstelle eine Fotogalerie gemacht, die Gemeinschaftsgefrieranlage zum Feuerwehrhaus und ein Bauernhaus zum "Flatterhaus", wo sich alles um die Fledermaus dreht.
Das zweite Golddorf Großbardorf hat sich der Bioenergie verschrieben und so seine landwirtschaftliche Prägung innovativ genutzt. Ein Regenrückhaltebecken am Ortsrand wurde gestalterisch in die Landschaft eingefügt, und mit Haselnusskulturen setzt auch die Landwirtschaft auf Innovation.

Weitere Preisträger

Silber ging an die Gemeinden Breitensee, Kleinkahl, Rothenbuch, Rottershausen, Rück-Schippach, Rügheim, Schnackenwerth und Untermerzbach. Bronze bekamen die Dörfer Hofstädten und Schmachtenberg. Den Sonderpreis des Bezirks erhielt Untermerzbach, den des Bayerischen Bauernverbandes Rottershausen und den des Bezirksverbandes für Gartenbau und Landespflege Rothenbuch.