Die zunehmenden Fälle von Covid-19-Patienten sind auch für den Rhön-Klinikum-Campus dieser Tage eine gewaltige Herausforderung. Und doch muss sich das Haus zusätzlich mit Gerüchten herumschlagen, die über die sozialen Medien große Verbreitung finden. Nach dem Internet-Video eines Patienten, in dem dieser von angeblich vermehrten Thrombosefällen in der Neurologie des Campus berichtete, geht es nun um einen angeblichen Höchststand von Geimpften, die intensivmedizinisch dort behandelt würden.

Ende Oktober hatte die Presseabteilung des Campus bereits den Inhalt des Patienten-Videos dementiert und mit Zahlen unterlegt. Nun wehrt sich der Klinik-Konzern detailliert gegen die Aussage in einer Sprachnachricht, wonach Campus-Ärzte vom Impfen abraten würden, da die Stationen voll mit geimpften Patientinnen und Patienten wären. In der Sprachnachricht ist außerdem von einer angeblichen Verschwiegenheitserklärung die Rede, die von der Campus-Belegschaft unterschrieben werden müsse.

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Dezidiert wird zwar nicht vom Campus gesprochen. Doch der ist das einzige Krankenhaus in Bad Neustadt, weshalb sich Rhön-Klinikum zu einer Stellungnahme genötigt sieht. "Die in dieser Sprachnachricht getroffenen Äußerungen können wir nicht nachvollziehen", schreibt Pressesprecherin Heike Ochmann. Tatsächlich sei der "überwiegende Teil unserer (Intensiv)-Patienten ungeimpft", damit widerspricht Ochmann der anonymen Sprachnachricht in einem wesentlichen Punkt.

Mit Stand Donnerstagmorgen waren 59 Covid-19-Patientinnen- und Patienten in stationärer Behandlung, zwölf davon in intensivmedizinischer Betreuung. Diese Zahlen beinhalten auch Patienten von außerhalb des Landkreises. Am Campus würden, wie anderswo auch, Patienten mit Impfdurchbrüchen behandelt. "Die Impfung schützt nicht zu 100 Prozent vor einem schweren Krankheitsverlauf, sie macht ihn nur deutlich unwahrscheinlicher", heißt es in der Pressemitteilung des Rhön-Klinikum-Campus weiter.

Der Campus schildert die Lage in der vierten Welle der Corona-Pandemie als "besorgniserregend". Wie berichtet, werden aufschiebbare Operationen verschoben, um als Corona-Schwerpunktklinik Kapazitäten freihalten zu können. Noch einmal bekräftigt der Klinikum-Campus sein medizinisch begründetes Ja zur Impfung. Es seien große Anstrengungen unternommen worden, um das eigene Personal wie auch die Patientinnen und Patienten vom Sinn der Impfung zu überzeugen.

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"Frühzeitig haben wir am Campus ein eigenes Impfzentrum für unsere Belegschaft geschaffen und auch unsere Patienten, darunter viele Langzeitlieger - sprich Patienten, die über mehrere Wochen und Monate bei uns behandelt werden - sowie Reha-Patienten geimpft", heißt es in der Pressemitteilung weiter. Bis dato wurden rund 5.000 Erst- und Zweitimpfungen für das Personal am Standort durchgeführt. Es würden am Campus immer noch Erst- und Zweitimpfungen angeboten. Aber auch die Nachfrage nach hauseigenen Booster-Impfungen am Campus ist groß, 600 Spritzen wurden bereits verabreicht.

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Am Campus findet man zu den Vorfällen um die gestreuten Gerüchte nachdenkliche Worte: "Die Pandemie scheint unsere Gesellschaft zu entzweien. Das darf nicht sein! Auch sehen wir uns mit Anfeindungen gegenüber unserem Personal und Fehlinformationen wie dieser in den sozialen Medien konfrontiert", heißt es in der Pressemitteilung.

Man respektiere subjektive Einstellungen und Meinungen. "Aber unsere Leistungen als Klinik und die Arbeit unserer Beschäftigten in Misskredit zu ziehen, akzeptieren und tolerieren wir nicht. Unsere Mitarbeitenden leisten seit Beginn der Pandemie unter diesen schwierigen Bedingungen Außerordentliches, um alle Patienten bestmöglich zu versorgen", heißt es vom Klinik-Campus.

Gerhard Fischer

 

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