Wird dieses Jahr das Rakoczy-Fest stattfinden können und wenn ja unter welchen Bedingungen? Diese Frage beschäftigt aktuell die Verantwortlichen im Rathaus und bei der Staatsbad GmbH. Bad Kissingen feiert sich und seine glanzvolle Vergangenheit als Weltbad immer am letzten Wochenende, dass vollständig im Juli liegt. Dieses Jahr wäre der Termin vom 23. bis zum 25. Juli. Unter normalen Umständen zieht es dann 70 000 bis 80 000 Besucher an den drei Tagen in die Innenstadt - die Menschen drängen sich zur Live-Musik in den Straße und Gassen und sehen Programmhöhepunkten wie Saale brennt, dem Festball, dem historischer Festzug und dem Feuerwerk zu. "Ein Rakoczy-Fest wie wir es kennen mit vollgestopften Straßen, wird es auch dieses Jahr nicht geben", sagte Oberbürgermeister Dirk Vogel (SPD).

Er berichtete in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses , welchen Spielraum er sieht, das Fest abhalten zu können. Grundsätzlich müsse klar sein, dass die Organisatoren von den dann geltenden Pandemiebestimmungen und vom Infektionsgeschehen abhängig sind. "Ganz klar ist, dass in einer Situation wie jetzt das Fest nicht stattfindet", betont der Rathauschef. An eine Absage werde aktuell jedoch nicht gedacht. "Ich bin nicht bereit es kampflos aufzugeben", meinte Vogel.

Er habe auch aus den jüngsten Erfahrungen gelernt. Den Wildpark Klaushof hat die Stadt erst mit einigen Tagen Verspätung zu den gesetzlichen Lockerungen geöffnet, weil man organisatorisch noch nicht auf die aktuellen Schutzvorgaben eingestellt war. "Sobald Öffnungen kommen, erwarten die Leute aber, dass etwas angeboten wird", sagte Vogel. Ähnlich gilt es für das Rakoczy-Fest. Sollte es möglich sein, will die Stadt es auch veranstalten. Die Organisatoren bereiten sich deshalb auf verschiedene Szenarien vor: Denkbar ist laut OB zum Beispiel, dass es kontrollierte Bereiche geben wird, in die die Besucher nach Voranmeldung und mit negativen Corona-Testergebnis eingelassen werden.

Irgendwann brauchen die Veranstalter aber Planungssicherheit und müssen entscheiden, ob und wie das Fest stattfindet. Vogel erklärte: "Wir sind dabei eine Termin zu definieren, wo wir sagen, diesen Vorlauf brauchen wir" um ein coronakonformes Rakoczy auf die Beine zu stellen. Sollte das Infektionsgeschehen zu diesem Zeitpunkt einen Festbetrieb nicht hergeben, "haben wir das Szenario wie im vergangenen Jahr." Das heißt, das Fest würde erneut abgesagt. Als kleiner Trost würden in dem Fall wiederum die historischen Persönlichkeiten an dem Wochenende durch die Stadt flanieren und wenigstens etwas Rakoczy-Flair verbreiten.