Sogar in den trüben Corona-Zeiten gibt es noch gute Nachrichten: Am 17. Juni 2022 beginnt der Kissinger Sommer. Und er endet einen Monat später, am 17. Juli 2022. So ist es zumindest geplant. Wobei heute natürlich niemand sagen kann, wie die Pandemielage im Sommer ist. Jeder Abstrich, den man machen müsste, sei es bei den Veranstaltungen oder bei den Publikumszahlen, wäre ein Jammer.

Denn das Programm, das der neue Intendant Alexander Steinbeis jetzt im Rahmen einer digitalen Präsentation im Max-Littmann-Saal vorgestellt hat, ist außerordentlich vielseitig, spannend und generationenübergreifend interessant. Das Thema ist in diesem Jahr fokussiert auf die kulturellen Beziehungen Bad Kissingens zu den Staaten der K.-u.-k.-Monarchie, denn da gibt es einfach viele, auch musikalische Querverbindungen, die ein Festival munitionieren können: "Wien. Budapest. Prag. Bad Kissingen". Das zielt natürlich auf die Musik der Spätromantik und des 20., insbesondere des frühen 20. Jahrhundert. Aber es erklingen nicht nur die bewährten sinfonischen Brocken und andere Ernsthaftigkeiten, sondern das Repertoire öffnet sich auch in Richtung auf das Unterhaltsame und Überraschende.

Eingeladen sind Orchester, die in Bad Kissingen alle ihre Fangemeinde haben. Das hr-Sinfonieorchester mit Alain Altinoglu, das WDR-Sinfonieorchester mit Adam Fischer, das BR Symphonieorchester mit Joana Mallwitz, die Bamberger Symphoniker mit Rudolf Buchbinder und Kryzstof Urbánski, das DSO Berlin mit Kent Nagano, die Tschechische Philharmonie mit Petr Popelka, die Wiener Symphoniker mit Andrés Orozco-Estrada oder die Bremer Kammerphilharmonie mit Ruth Reinhard.

Auch die Kammermusik ist prominent besetzt von Sir András Schiff über Frank Peter Zimmermann, Martin Helmchen, Yara Tal und Andreas Groethuysen, das Franz-Liszt-Kammerorchester Budapest bis Roby Lakatos mit Ensemble. Und mit dem "Berliner STEGREIF.orchester. Alexander Steinbeis: "Das ist pure Innovationsfreude. Da weiß auch ich nicht, was passieren wird." Es wird spannende Fälle der Verbindung von Musik und Literatur geben, Jazz unter anderem mit Till Brönner und Band, eine Live-Improvisation des Pianisten Matan Porat zu Ernst Lubitschs Stummfilm "Die Puppe" und vieles mehr.

Erster Symphonic Mob

Das ist viel Neues in vertrauten Formaten. Aber da sind auch völlig neue Möglichkeiten, der Musik zu begegnen. Etwa in den "Prelude-Konzerten", die von gastierenden Ensembles, aber auch von Bad Kissinger Gruppen gestaltet werden. Sie finden immer freitags und samstags um 18 Uhr möglichst unter freiem Himmel an unterschiedlichen Stellen in Bad Kissingen statt, sind kostenlos und sollen vor allem eines machen: Lust auf mehr. Zum ersten Mal gibt es auch in Bad Kissingen einen "Symphonic Mob" im Innenhof des Luitpoldbades mit dem hr-Sinfonieorchester. Daran kann jeder teilnehmen, der ein Instrument spielt oder gerne singt (Anmeldung ab 3. März).

Es werden wieder mehrere Education-Projekte angeboten, unter anderem von der Puppenphilharmonie Berlin. Es wird jeden Samstag eine Matinee unter dem Titel "Auf einen Kaffee mit ..." geben, in denen sich Intendant Alexander Steinbeis im Weißen Saal mit prominenten Künstlern unterhält. Und die After-Concert-Lounge lädt nach allen Freitagabend-Konzerten zum Plaudern in den Schmuckhof ein.

Das Programm wird verschickt und ist unter www.kissingersommer.de zu finden.