Die Tage werden kürzer, die Temperaturen kälter und dann entdeckt der eine oder andere vielleicht beim Aufräumen eines von diversen Brett- oder Gesellschaftsspielen im Schrank, das man doch mal wieder hervorkramen könnte. Gerade in der Advents- und Winterzeit versammelt sich hier und da gerne mal die gesamte Familie um den großen Tisch und packt das jeweilige Spielbrett aus.

Ein Mix aus Zufall und Taktik

Pünktlich zu dieser Zeit bringt nun Mediengestalter und Verlagsinhaber Wolf-Dieter Raftopoulo, der den RMd-Verlag in Gerbrunn bei Würzburg leitet, ein neues Brettspiel auf den Markt. Nach dem "RhönQuiz", welches 2018 erschien, schlagen auch in der neuesten Spielidee dessen fränkischen Wurzeln durch. Das Gesellschaftsspiel "RhönHolde" soll dafür sorgen, dass das Licht in unzähligen Wohnzimmern ein wenig länger brennt und die Gehirnzellen in Schwung gehalten werden. Denn es handelt sich, wie es auch im Untertitel heißt, um ein Strategiespiel, das, gerade wenn man es mit der Maximalanzahl von vier Personen spielt, "länger dauern kann", so Raftopoulo im Gespräch mit dieser Redaktion. Die Züge, die mit einem Würfel ausgeführt werden, sollten wohlüberlegt sein.

"Es ist auf der einen Seite das Zufallsprinzip mit dabei, auf der anderen Seite aber auch taktisches Mitdenken gefragt", so der Spiele-Kreateur. Danach richtet sich auch die Spielzeit. Eine ausführliche Beschreibung gibt dem Spieler Tipps an die Hand.

Ausgiebig getestet

Die Idee für "RhönHolde" kam Wolf-Dieter Raftopoulo, der auch schon einen Ausflugs-, Reise- und Kulturführer für Rhön und Grabfeld herausgebracht hat, bereits vor rund vier Jahren. Das Spiel wurde dann sowohl von ihm als auch von Spielefreaks ausgiebig auf Herz und Nieren getestet. Das einhellige Urteil: "Das könnte man so machen. Das funktioniert, wenn man aufpasst, was man tut."

Hierbei bewegt man sich mit handelsüblichen Figuren über das Spielfeld. Ziel ist es, dass sogenannte "Gutholde" in den Turm des Bösewichts, des "Großen Unholds", eindringen, um diesen letztlich zu besiegen. Denn in dieser fiktiven Fantasy-Welt sorgt der Unhold dafür, dass friedlich lebende Tiere, Pflanzen und Menschen mit einem Fluch belegt werden und so selbst für Unruhe sorgen. Die jeweiligen Figuren haben unterschiedliche Fähigkeiten, manche können in der ersten Spielphase je nach Spielsituation Fähigkeiten hinzugewinnen oder auch wieder verlieren. Das ist dann auch entscheidend für die zweite und finale Phase des Spiels.

Die Handlung von "RhönHolde" spielt sich gedanklich in der Rhön ab. Auf konkrete Bezüge zu Gegenden oder Orten hat Wolf-Dieter Raftopoulo aber bewusst verzichtet. "Ich habe das vage gehalten, um keine Bedenken bei Ansässigen aufgrund der Spielhandlung auszulösen", so der Würzburger. In der Handlung würden auch keinerlei Brutalitäten geschildert werden, das Spiel sei alleine unter dem Fantasy-Aspekt zu sehen.

Nachhaltigkeit

Dass das Spiel in die heutige Zeit passt, erkennt man auch an einem anderen Aspekt, der einem bei der ersten Berührung mit der Spielfläche auffallen könnte. Diese ist nämlich ein nachhaltiges Polyester-Tuch, "welches zu 100 Prozent aus recycelten Materialien hergestellt wurde", so Raftopoulo, der auch schon bei seinem Quiz-Spiel auf das Thema Nachhaltigkeit geachtet hat. In diesem Fall würden die Materialien aus Weltmeeren stammen oder sie sind Altplastik.

Das Spielfeld, das man mit einer Tischdecke vergleichen kann, könne daher sogar entknittert werden. Bei Flecken sei es zudem bedingt abwaschbar. "Sollte aber das Glas Rotwein umfallen, möchte ich dafür nicht meine Hand ins Feuer legen", schmunzelt Wolf-Dieter Raftopoulo. Außerdem bestehen die Spielfiguren aus Holz, gedruckt wurde klimaneutral. "RhönHolde - Ein Strategiespiel" ist in Buchhandlungen der bayerischen, hessischen und thüringischen Rhön sowie in Geschäften mit Spielwaren erhältlich. Bestellt werden kann es auch im Online-Shop des RMd-Verlages.

Christian Hüther