Das Corona-Geschehen im Landkreis Bad Kissingen gibt langsam Anlass zur Sorge. Während sich die 7-Tage-Inzidenz in Bund und Land tendenziell nach unten bewegt, steigt sie im Landkreis Bad Kissingen an. Am Donnerstag meldete das Landratsamt für den Bäderkreis eine Inzidenz von 119,1. Das Robert-Koch-Institut (RKI) und das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) errechneten für die Inzidenz, welche die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen beschreibt, jeweils den Wert 111,4. Dabei war für den Landkreis vor nicht allzu langer Zeit schon einmal die 50-er Marke in Sichtweite gewesen.

Noch deutlicher wird die Entwicklung im Vergleich mit den nationalen Zahlen. Für ganz Deutschland gab das RKI die 7-Tage-Inzidenz am Donnerstag mit 80,7 an, für den Freistaat Bayern mit 83,1. Am Donnerstag berichtete das Gesundheitsamt von 31 neuen Corona-Fällen im Landkreis. Im Vergleich zum Vortag galten gleichzeitig elf zuvor betroffene Personen als genesen. Insgesamt beträgt die Zahl der aktuell mit dem Corona-Virus infizierten Frauen und Männer demnach vor Ort zurzeit 177. Im Altlandkreis Bad Kissingen leben 71 davon. Dem Altlandkreis Hammelburg ordnet die Kreisbehörde 57 Betroffene zu, beim Altlandkreis Bad Brückenau sind es 49.

Seit Beginn der Pandemie wurden mit den neuen Fällen insgesamt 2135 bestätigte Corona-Infektionen registriert. 1880 der davon betroffenen Menschen sind bereits wieder gesundet. Die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit Covid-19-Erkrankungen gestorben sind, blieb mit 78 am Donnerstag laut Gesundheitsamt unverändert. Stationär behandelt werden müssen im Bäderkreis derzeit elf an Covid-19 erkrankte Menschen. In Quarantäne befinden sich momentan 323 Kontaktpersonen.

Vermehrt Betriebe betroffen

Auf die Frage, woran die örtliche Entwicklung gegen den Trend liegen könnte, erklärte eine Sprecherin des Landratsamtes Bad Kissingen am Donnerstag, in den vergangenen Tagen häuften sich Infektionsfälle, "die auf das Arbeitsumfeld in produzierenden Betrieben sowie Handwerksbetrieben zurückzuführen" seien. Landratsamt und Gesundheitsamt wiesen deshalb erneut darauf hin, "dass sich die Maskenpflicht nicht nur auf Begegnungs- und Verkehrsflächen von Arbeitsstätten erstreckt".

Wenn nämlich der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht zuverlässig eingehalten werden könne, gelte die Maskenpflicht auch für den Arbeitsplatz. Diese Regelung gelte auch für Arbeitsstätten, wo körperliche Arbeit verrichtet werde. Dort biete ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz zusätzlichen Schutz vor Ansteckung.

Nach den Angaben auf corona-in-zahlen.de stellen die über 80-jährigen Menschen den mit Abstand größten Anteil der bisher 78 Corona-Toten im Landkreis Bad Kissingen. 65 Frauen und Männer ordnet das Portal auf Basis von Daten des RKI in diese Altersgruppe ein. Die Letalitätsrate der 319 Infizierten in diesem Bereich betrage demnach 20,38 Prozent. Die anderen 13 Corona-Todesfälle im Landkreis ordnet das Portal der Altersgruppe der 60- bis 79-Jährigen zu.

Neue Fälle in zwei Einrichtungen

Von den neuen Corona-Fällen betroffenen waren am Donnerstag auch wieder zwei besonders sensible Einrichtungen. In der Notbetreuung der Förderschule Riedenberg wurde laut Landratsamt ein Kind positiv auf das Corona-Virus getestet. Im Seniorenzentrum St. Elisabeth in Bad Kissingen habe es einen positiven Test für eine Person aus der Mitarbeiterschaft gegeben.Siegfried Farkas