Jahr für Jahr vergleicht die DAK-Gesundheit die Krankenstände unter ihren Versicherten in den Städten und Landkreisen Bayerns. Mit einer gewissen Regelmäßigkeit gehören die Landkreise Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld dabei am Ende zu den Regionen mit den höchsten Krankenständen. Das war auch 2019 wieder so. Im ersten Halbjahr 2020 ging der Wert allerdings trotz Corona leicht zurück.

Rückenschmerzen und Co.

48 von 1000 Arbeitnehmern waren laut DAK-Gesundheitsreport im ersten Halbjahr 2019 durchschnittlich täglich krankgeschrieben. Diese 4,8 Prozent lagen deutlich über dem Durchschnitt im Freistaat (3,8 Prozent) und auch noch über dem Durchschnitt im Bund (4,2 Prozent). Nicht viel besser stellte sich die Lage in Schweinfurt und Umgebung (4,7 Prozent) und im Landkreis Main-Spessart (4,4 Prozent) dar. Zum Vergleich: Die bayernweit geringsten Krankenstände unter ihren Mitgliedern meldet die DAK aus den Landkreisen München und Starnberg.

Vier Gruppen von Erkrankungen verursachten dabei 2019 rund 60 Prozent der Fehltage in der Region. Im Vordergrund standen Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems, also zum Beispiel Rückenleiden. Jeder fünfte Fehltag war darauf zurückzuführen. Psychische Erkrankungen wie etwa Depressionen, Erkrankungen des Atmungssystems und Verletzungen folgten mit Anteilen von jeweils gut 13 Prozent etwa gleichauf dahinter.

Zwischenergebnisse

Für das erste Halbjahr im Corona-Jahr 2020 legt die DAK-Gesundheit jetzt ebenfalls bereits Zwischenergebnisse vor. Danach sank der Krankenstand in den Landkreisen Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld leicht von 4,8 auf 4,6 Prozent. Dieser Wert überschreitet den Landesdurchschnitt unter den DAK-Versicherten für das erste Halbjahr 2020 (3,8 Prozent) gleichwohl immer noch deutlich. Vor allem von Januar bis April wies die Region höhere Krankenstände als der Rest des Freistaats auf. Im Mai allerdings lag der Wert einmal sogar ein wenig unter dem Landesschnitt.

Im Vergleich mit den entsprechenden Vorjahresmonaten wies die Region nahezu in jedem Monat des ersten Halbjahrs geringere Fehltagswerte auf. Lediglich im April war der Anteil der Krankgeschriebenen unter den Versicherten der DAK heuer höher als 2019.

Beim Blick auf die häufigsten Erkrankungsgruppen stehen im Corona-Jahr die Atemwegserkrankungen "besonders im Blickfeld", heißt es in der Pressemitteilung der DAK-Gesundheit. Die Auswertung der statistischen Zahlen über DAK-Versicherte in den Landkreisen Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld zeigten dabei zwar eine Zunahme der Atemwegserkrankungen im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum um 13 Prozent auf. Dennoch lagen die Werte, trotz Corona, laut DAK, immer noch unter denen "aus dem Grippejahr 2018".

Einfache Lösungen sinnvoll

Vor diesem Hintergrund begrüßt die DAK die von manchen auch kritisch diskutierte Krankschreibung per Telefon in Corona-Zeiten, wie sie bei Patienten mit leichten Erkältungssymptomen von März bis Ende Mai möglich war. Jörg Müller, Chef der DAK-Gesundheit in Schweinfurt, wertet die beschriebenen Zahlen jedenfalls als klaren "Beleg dafür, dass einfache Lösungen für das Krankschreibungs-Geschehen sehr sinnvoll sind".

Nicht nur bei Covid-19, sondern auch bei vielen anderen Erkrankungen müsse man "generell die Ansteckungsgefahr für Praxispersonal und andere Patienten mit bedenken". Neue Formen der Kommunikation als Ersatz für die persönliche Begegnung in der Arztpraxis sieht Müller als Fortschritt. Siegfried Farkas