Es ist noch gar nicht lange her, da galt der Name des Netzbetreibers fast schon als Schimpfwort. Groß war die Empörung, als die noch unbedarften Bürger arglos ihre Trassenvorschläge in Karten einzeichneten und sie dann in einer Vielzahl von Korridoren wiederfanden. "Vom Regen in die Traufe" hieß es damals. Die Zusammenarbeit mit Tennet lag auf Eis. Unvorstellbar, dass eine Kommune erneut Räume für Info-Veranstaltungen zur Verfügung stellen würde. Undenkbar, dass der Landkreis selbst eine Plattform für den Netzbetreiber ausruft.

Inzwischen aber hat das Landratsamt eine Kehrtwende vollzogen, und das ist gut. Grund ist der Zusammenschluss der betroffenen Landkreise durch die "Hamelner Erklärung". Die Landkreise setzen den Planern der Energiewende ein eigenes Lobby-Bündnis entgegen. Das ist so lange gut, wie es tatsächlich den Willen der Mehrheit der Bürger verteidigt.

Die Landwirte, die nun zu Recht um die Qualität ihrer Felder und Wiesen fürchten, haben Glück. Sie müssen nur auf die Lobby-Eisenbahn aufspringen, um ihrerseits den größtmöglichsten Gewinn abzuzweigen. Ist das verwerflich? Nicht mehr als das Bestreben aller anderen, die an der Energiewende Geld verdienen. Ursprünglich aber geschah die Hinwendung zu regenerativen Energien nicht des Geldes wegen.


Einen Bericht über die Info-Veranstaltung zu Südlinkfinden Sie hier.