Elias Keller steht schon in jungen Jahren im Rampenlicht. Kein Wunder: Der Österreicher hat 2016 mit neun Jahren als jüngster Kandidat überhaupt die Aufnahmeprüfung ins Salzburger Mozarteum bestanden.

Die Liste der mitreißenden Auftritte des Künstlers ist lang: So hat er sich schon bei der Spendengala "Ein Herz für Kinder" mit Moderator Johannes B. Kerner in die Herzen des Publikums gespielt. Ganz frisch ist sein Erfolg bei der Klassik-Show "Die Goldene Note" des ORF. Dort führte Thomas Gottschalk durch das Programm.

Kreative Abgeschiedenheit

Ganz ohne diesen großen Bühnen-Glanz war der Jungstar diese Woche mit seinen Eltern an der Musikakademie in Hammelburg zu Gast. In dem weitläufigen Komplex genoss der ansonsten gefeierte Interpret mit einem Produktionsteam kreative Abgeschiedenheit. Denn durch die Corona-Regeln stand das Haus ansonsten weitgehend leer.

Dieser Rahmen brachte dem Star zusammen mit Musiker-Kollegen Matthias Schmitt (Veitshöchheim) reichlich Raum zur Entfaltung für die Produktion einer CD und von acht kurzen Videos. Dafür hatte ein unterfränkisches Kamera- und ein Tontechniker-Team den Großen Saal der Akademie in ein Aufnahmestudio umgewandelt. Wegen der herbstlichen Tristesse draußen simulierte ein Scheinwerfer vor dem Fenster Sonnenschein.

In diesem Ambiente brachte der Künstler eine bisher eher unbekannte Qualität zur Geltung. Der Musiker komponiert auch Klavierstücke. Diese Facette soll auf einem CD-Album mit Musik von fünf zeitgenössischen Künstlern und acht bis zu sechsminütigen Videos zum Tragen kommen.

Einspieler bei Talkshows

Dem in Hammelburg produzierten Material scheint Popularität gewiss. Die Videos sollen als Einspieler für Auftritte bei Talkshows dienen und die CD will Elias dem Publikum bei seinen Konzertreisen anbieten. Darauf werden fünf zeitgenössische Interpreten vertreten sein. Mit dabei eben auch der Komponist und Produzent Matthias Schmitt (Veitshöchheim) und die drei Norweger Trygve Madsen, Gisle Kverndokk und Oyvind Staveland.

Und wie kam der Nachwuchsstar überhaupt nach Hammelburg? Eingefädelt hat das Ganze Matthias Schmitt. Der Kontakt ergab sich eher zufällig. Über Bekannte in Österreich ergaben sich für Schmitt vor eineinhalb Jahren Kontakte zur Familie Keller. "Ich habe erfahren, dass Elias auch komponiert", erzählt der Künstler. "Das hat mich dann schon interessiert", berichtet er. Deswegen stieß er als Produzent das Projekt an.

Crossover auf der CD

Coronabedingt kamen sich die Komponisten-Kollegen zunächst über Video-Begegnungen näher. Bei allem Altersunterschied stimmte die Chemie zwischen den beiden Komponisten. "Er schickte mir ein paar Grundideen", freute sich Schmitt über das gegenseitige Vertrauen. So haben bisher wenige Ohren die Stücke von Elias gehört. Ein bisschen verraten die Komponisten aber schon: Nachdem alle fünf beteiligten Kollegen sich am Klavier für das Projekt dem Crossover verschrieben haben, wird es eine Mischung zwischen Klassik, Pop und Jazz geben. "Etwas Begreifbares", verspricht Elias.

Einfach Spaß

Also keine schwere, experimentelle Musik, versichert er. "Elias komponiert schon seit dem siebten Lebensjahr", erzählte Mutter Karin Keller in der nachmittäglichen Kaffeepause. Kleinere Eigenkompositionen habe Elias schon mit sieben Jahren gespielt, so Karin Keller. Davon habe sie die Notenblätter gesammelt. "Das Ganze muss sich entwickeln", verrät Elias zu seiner Arbeitsweise. Über ihre Erwartungen an die CD halten sich die beiden Komponisten-Kollegen bedeckt. "Wir nehmen einfach Musik auf, die uns Spaß macht", sagt Matthias Schmitt. Das Ergebnis habe man nicht mit dem Rechenschieber kalkuliert. Erst nach der Fertigstellung suche man einen internationalen Vertrieb.

Die gute Laune bei der Zusammenarbeit war deutlich spürbar. Bei allem künstlerischen Ernst wurde viel gescherzt und gelacht. Unterdessen ließ das Kamerateam über der Akademie eine Kameradrohne kreisen. Der Künstler soll mit möglichst vielen Kameraeinstellungen abwechslungsreich präsentiert werden.

Matthias Schmitt ist begeistert von der Professionalität des Aufnahmeteams. Finanziert wird die internationale Produktion nach seinen Angaben vom größten norwegischen Verlag, Norsk A/S mit Unterstützung der Kärntner Privatstiftung.

Demnächst Konzerte im Festspielhaus

"Corona hat auch etwas Gutes", würdigt Elias die Ruhe bei den Aufnahmen. Auch die Eltern blicken auf turbulente Zeiten zurück, die das Engagement ihres Sohnes samt der damit verbundenen Autokilometer dieses Jahr mit sich brachte. Bewegt wird es wieder bald genug. Bereits im Februar stehen bei Elias zwei Mozart-Konzerte im Salzburger Festspielhaus im Kalender.

Wolfgang Dünnebier