Die Forstbetriebsgemeinschaft Fränkische Rhön und Grabfeld hat einen neuen Vorsitzenden. Der Schönauer Bürgermeister Rudi Zehe hat den Vorsitz von Bischofsheims ehemaligem Bürgermeister Udo Baumann übernommen. Die stellvertretenden Vorsitzenden sind Bürgermeister Georg Rath (Herbstadt) und Bürgermeister Andreas Sandwall (Bad Bocklet). Bischofsheims neuer Bürgermeister Georg Seiffert rückte in den Rat der Beisitzer nach.


Nicht mehr im Rathaus

Notwendig geworden war die Neuwahl, da Udo Baumann sein Amt als Vorsitzender niederlegte. "Der Vorsitzende sollte nach meiner persönlichen Auffassung ein Bürgermeister einer größeren waldbesitzenden Kommune sein", erklärte er seine Beweggründe. Nach seinem Ausscheiden aus dem Bürgermeisteramt der Stadt Bischofsheim im vergangenen Jahr sei es nun an der Zeit gewesen, auch den Vorsitz der Forstbetriebsgemeinschaft abzugeben. Ebenfalls aus der Vorstandschaft schied Wolfgang Back, der ehemalige Bürgermeister von Bad Bocklet, aus.
Baumann nutzte seinen Abschied, um seinen Dank allen auszusprechen, die sich für die Forstbetriebsgemeinschaft engagieren, insbesondere Geschäftsführer Jörg Mäckler und den Vertretern des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.
In seiner Ansprache ging Baumann auf die Bedeutung der Forstbetriebsgemeinschaft ein, die gegründet wurde, um die strukturellen Nachteile der Region bei der Waldbewirtschaftung auszugleichen und die Waldbesitzer bei der Bewirtschaftung ihrer Wälder zu unterstützen. Die Forstbetriebsgemeinschaft biete für ihre Mitglieder zahlreiche Dienstleistungen an. Sie erstrebe für sich selbst keinen Gewinn und finanziere sich überwiegend aus Mitgliedsbeiträgen, Unkostenbeiträgen und staatlichen Fördermitteln. Dabei habe sich der Zusammenschluss von großen, waldbesitzenden Städten und Gemeinden mit dem Kleinprivatwald sehr bewährt.


Eine der größten

Die Forstbetriebsgemeinschaft Fränkische Rhön und Grabfeld sei mit einer Fläche von über 19 000 Hektar eine der größten forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse in Bayern. Sie besteht seit 1976. Zu den Mitgliedern zählen 35 Kommunen, 54 Waldkörperschaften und zirka 816 Privatwaldbesitzer mit ihren Waldflächen im Bereich der Landkreise Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen. Die Forstbetriebsgemeinschaft vermarkte für ihre Mitglieder durchschnittlich jährlich zwischen 40 000 und 52 000 Festmeter Holz der verschiedensten Baumarten und Sortimente.
Die Mitgliederzahlen haben sich seit Gründung kontinuierlich erhöht. Im Jahr 2008 gehörten dieser Selbsthilfeeinrichtung 677 Mitglieder an. Zum Ende des Jahres 2016 waren 905 Mitglieder in der Forstbetriebsgemeinschaft organisiert. Ebenfalls in diesem Zeitraum explodiert sei die Zahl der Waldpflegeverträge und die durch die Forstbetriebsgemeinschaft per Waldpflegevertrag übertragene bewirtschaftete Waldfläche. Sie stieg von 2089 Hektar im Jahr 2008 auf 3157 Hektar Ende des Jahres 2016. Die Mitgliedsfläche entwickelte sich im gleichen Zeitraum von 18 337 Hektar auf 18 823 Hektar.
"Seit Generationen bewirtschaften die Mitglieder der Forstbetriebsgemeinschaft ihre Wälder auf nachhaltige Weise", betonte Baumann. Seit 2002 sei der Waldbesitz nach den PEFC-Standards zertifiziert. Dieses Zertifizierungssystem soll die nachhaltige Waldbewirtschaftung sicherstellen.