Die Enttäuschung über ihr Abschneiden bei der Bürgermeisterwahl ist Patricia Schießer (CSU) am Telefon anzuhören. "Das Ergebnis ist eindeutig", kommentiert Schießer auf Nachfrage dieser Zeitung den Ausgang der Wahl. Dem Wahlprüfungsausschuss hat sie nach ihrer Abwahl mitgeteilt, dass sie auch ihren Posten im Gemeinderat nicht antritt.

Die amtierende Bürgermeisterin hatte nur 33,3 Prozent der Stimmen auf sich vereinigt. Durch seinen deutlichen Vorsprung (66,7 Prozent) übernimmt Peter Bergel (Bürgerblock) die Leitung der Gemeinde. "Ich akzeptiere die Entscheidung der Wähler", lässt Patricia Schießer wissen. Andersherum müsse man aber auch ihre Entscheidung verstehen. 2014 hatte die Bürgermeisterin als einzige Kandidatin knapp 87 Prozent der abgegebenen Stimmen geholt.

Zur Meinungsbildung über den Rückzug aus der Euerdorfer Gemeindepolitik hat sie sich nach ihren Schilderungen mit den Amtsvorgängern kurzgeschlossen. "Es ist in den vergangenen Wochen viel Stimmung gegen mich gemacht worden", beschreibt sie einen Grund für den Wahlausgang aus ihrer Sicht. Kaum etwas würde sie im Nachhinein bei der Amtsführung anders machen.

"Vielleicht weniger in der Sache arbeiten und mehr mit der Bevölkerung sprechen", resümiert Patricia Schießer. Einzelne Vorhaben ihrer Amtsperiode würden demnächst erst richtig wirken, ist sie überzeugt. Dabei nennt sie unter anderem die Fertigstellung des Rathauses. Außerdem sei sie die Sanierung des Friedhofes angegangen. Über 30 Jahre werde über dieses schwierige Thema gesprochen. Kommende Woche soll die Gestaltung des Saalestrandes als Freizeitgelände beginnen. Weichen seien auch für das Neubaugebiet mit 43 Bauplätzen gestellt. Bei der Wahl zum Gemeinderat hatte Schießer mit 499 Stimmen die zweitmeisten Stimmen auf der CSU-Liste erhalten. Überflügelt wurde sie von Parteifreund Christian Erhard (644). Nachrücker für sie ist Ralf Ziegler (255). Insgesamt stellt die CSU vier der zwölf Gemeinderäte.

Ihr Kreistagsmandat nimmt Schießer an. "Ich freue mich darauf, dort mitzugestalten", erklärt die 57-Jährige. Ob sie sich beruflich noch einmal neu orientiert, lässt sie offen. Für solche Überlegungen sei der Wahlausgang noch zu frisch.Wolfgang Dünnebier