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Bad Kissingen: Zwei neue Plätze für die Liebe

Die Nachfrage nach Trauungen im Freien steigt - nicht zuletzt auch wegen der Corona-Pandemie. Das Standesamt will deshalb zwei Freiluft-Trauorte neu widmen. Der Stadtrat jedenfalls gibt dazu schon einmal sein Ja-Wort.
Die Stadt möchte den Innenhof an der Oberen Saline ab dem kommenden Jahr für Trauungen im Freien nutzen.
Die Stadt möchte den Innenhof an der Oberen Saline ab dem kommenden Jahr für Trauungen im Freien nutzen. Foto: Benedikt Borst
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Paare die sich in Bad Kissingen das Ja-Wort geben wollen, können für die standesamtliche Trauung bisher zwischen sieben repräsentativen Sälen wählen: Trau- und Sitzungssaal im Neuen Rathaus, Sitzungssaal im Alten Rathaus, Grüner sowie Weißer Saal im Regentenbau, Salon Fontane im Arkadenbau und östlicher Eckrisalit im Luitpoldbad. Doch nicht jeder will die Trauzeremonie in einem geschlossenem Raum abhalten, sei er noch so schön. "Wir haben immer mehr Anfragen von Bürgern und Externen, Trauungen anzubieten, die unter freiem Himmel sind", berichtete Björn Denner, Leiter des Sachgebiets Zentrale Dienste im Kissinger Rathaus, in der jüngsten Stadtratssitzung. Die Corona-Pandemie haben diesen Trend noch verstärkt.

Das Rathaus möchte darauf reagieren, und hat deshalb nach passenden Örtlichkeiten im Freien gesucht. Ordnungsgemäß müssen diese Trauorte sein und vor allem würdig. Ordnungsgemäß bedeutet dabei, dass der Standesbeamte seinen hoheitlichen Aufgaben sauber erledigen kann. Das zweite Kriterium richtet sich laut Denner danach, was allgemein als würdig empfunden wird.

Zwei passende Trauorte hat das Standesamt ausgewählt: Den Innenhof am Museum Obere Saline in Hausen und die Zehntscheune in Kleinbrach. Da die Zehntscheune sich in privater Hand befindet, muss die Stadt eine Nutzungsvereinbarung mit dem Eigentümer schließen. Laut Denner hat dieser sich in Gesprächen dafür aber offen gezeigt.

Die Stadträte zeigten sich offen für das Anliegen. Nikola Renner (CSU) erkundigte sich, ob die Zehntscheune für einen kompletten Tag angemietet wird und wie viele Trauungen es braucht, um die Miete dafür einzunehmen. "Wir starten 2022 mit einem Trausamstag an der Zehntscheune", erläuterte Denner. Schon ab der zweiten Trauung würden sich die Kosten armortisieren, ab der dritten "machen wir Plus". Das Gremium beschloss einstimmig, beide Örtlichkeiten als Trauorte widmen zu lassen.

Bei der Zehntscheune in Kleinbrach handelt es sich um das Anwesen in der Kleinbracher Straße 16. Der unter Denkmalschutz stehende, ehemalige Zehnthof wurde laut dem bayerischen Denkmalatlas im späten 18. Jahrhundert errichtet. Das Anwesen wird auch Amblingscher Hof genannt. In dem Hof hatten die Bürger von Kleinbrach und Hausen früher ihren Zehnt an die fürstbischöfliche Hofkammer abzuliefern.

Die Obere Saline wurde laut Denkmalatlas im Zeitraum von 1767 bis 1772 von Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim errichtet. Sie diente ursprünglich der Salzgewinnung, wurde allerdings ebenfalls schon ab 1770 als fürstbischöfliche Baderesidenz genutzt. Zwischen 1876 und 1893 wohnte Reichskanzler Otto von Bismarck in der Oberen Saline während seiner Kuraufenthalte in der eigens für ihn eingerichteten Bismarck-Wohnung. Heute ist dort das Museum Obere Saline mit dem Bismarck-Museum untergebracht.