Noch nicht einmal zehn Minuten brauchte der Stadtrat, um den Entwurf des Bebauungsplans für das Baugebiet Oberes Straßfeld II durchzuwinken. Dabei sind die 35 Bauplätze, die sich an das bereits bestehende Baugebiet anschließen sollen, durchaus umstritten. Schon vor einem Jahr haben die Anwohner heftig protestiert. Erst vor zwei Wochen flammte die Diskussion bei der Bürgerversammlung für Wernarz und das Staatsbad erneut auf. Bei der Stadtratssitzung jedoch blieben die Stühle im Publikum leer.


Durchgehende Straße vereinbart

Die wichtigste Änderung im Bebauungsplan betrifft die Zufahrt ins neue Wohngebiet. Ursprünglich waren zwei Stichstraßen vorgesehen, die jeweils in einem Wendehammer enden sollten. Nun aber wird es eine durchgehende Verbindung geben, die sowohl über die August-Kömpel-Straße als auch über den Sandweg führt. Sie soll als Spielstraße ausgewiesen werden. Einzig Manfred Kaiser hakte kritisch nach: Ob denn der Sandweg vor Baubeginn befestigt werde, fragte der CSU-Stadtrat, um die Staubbelastung für die Anwohner so gering wie möglich zu halten.

In einer kurzen Diskussion stellte sich heraus, dass der Weg zwar mit Basaltsplitt geschottert werden solle, doch erst nach dem Ende der Bauarbeiten asphaltiert werde. Heribert Jakobsche (PWG) hinterfragte, ob eine Asphaltierung aus Umweltschutzgründen überhaupt genehmigt werde. "Da müssen Ausgleichsflächen her", vermutete Kaiser und warnte: "Ich möchte nur nicht, dass der Weg eines Tages überhaupt nicht asphaltiert ist."

Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU) wischte diese Bedenken vom Tisch: "Wir werden in der Durchführungsvereinbarung darauf bestehen." Sie verwies außerdem darauf, dass die Pläne erneut dem Stadtrat vorgelegt werden, wenn es um den Aufstellungsbeschluss geht. Dann werden die Pläne öffentlich ausgehängt und die Träger öffentlicher Belange gehört. Der Stadtrat folgte der Einschätzung der Rathaus-Chefin und segnete den Entwurf des Bebauungsplans einstimmig ab.


Verkehrsaufkommen wird steigen

Die betroffenen Bürger indes sind nicht zufrieden. "Auf unsere Sorgen wurde nur teilweise eingegangen", schildert Peter Wiesner, der zusammen mit Hans-Otto Bott und Edgar Dernbach das lose Bündnis der Protestler anführt. Wer vor der (zukünftigen Bau-) Wiese steht, von der leichter Morgennebel aufsteigt, versteht, dass die Anwohner eine Idylle schützen wollen, die ihnen bisher niemand streitig machte.

"35 Häuser", sagt Wiesner, "das sind zwischen 250 und 300 Fahrten mehr pro Tag." Aus Sicht der Anlieger ist die Sicherheit der Fußgänger dann nicht mehr gewährleistet - zumal die August-Kömpel-Straße keine Fußwege aufweist und aufgrund der Grundstücksgrenzen nicht erweitert werden kann. Zudem fragen sie sich, wer für die Schäden aufkommt, die durch die schweren Baufahrzeuge wohl unweigerlich entstehen werden. "Die Situation wird sich verschärfen", prophezeit Wiesner. Er hoffe, dass die Stadt dann nachbessere. Möglich wäre beispielsweise, Poller aufzustellen, damit nicht der gesamte Verkehr aus dem Wohngebiet durch die August-Kömpel-Straße rolle.


Punkt für Punkt aus dem Stadtrat:

Ampel Kurt Abersfelder (CSU) erkundigte sich, wann die Schaltprobleme in der Ancenisstraße behoben werden. Laut Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU) sei doch nicht die Induktionsschleife fehlerhaft, die Software mache Probleme. Der Stadt sei zugesagt worden, dass der Fehler repariert wird.

Buchrasen Adelheid Zimmermann (FDP) hakte nach, ob die Firma Enders inzwischen den Antrag für den Bau einer Halle auf dem Buchrasen vorgelegt habe. Das sei nicht der Fall, antwortete die Bürgermeisterin. Ihrem Wissensstand nach liege der Antrag auf Aufschüttung des Geländes immer noch beim Landratsamt. Erst nach dessen Genehmigung wolle der Eigentümer den nächsten Antrag stellen.

Internet Benjamin Wildenauer (SPD) fragte nach der Internet-Versorgung des Baugebiets im Oberen Straßfeld: "Wenn 35 Haushalte dazu kommen, belastet das natürlich die Leitungen." Die Verwaltung will das prüfen lassen.

Werbetafel Einstimmig passierte der Antrag von Tegut auf die Errichtung verschiedener Werbeanlagen am Gänsrain den Stadtrat.

Zuschuss Ohne Gegenstimme beschloss der Stadtrat einen Zuschuss von fünf Prozent für Arbeiten an der Wallfahrtskirche auf dem Volkersberg, die mit 19.224 Euro beziffert werden. Konkret geht es um die Neufassung des Friedhofswegs. Damit bleibt die Stadt bei ihrer Linie, schon für die evangelische Kirche seien in der Vergangenheit fünf Prozent Unterstützung zugesagt worden, schilderte die Bürgermeisterin.