Bis die ersten Autos auf der neuen B 286 von Bad Kissingen zur A 71 fahren, wird es noch Jahre dauern. Seit fünf Jahren steht das Vorhaben wieder im vordringlichen Bedarf der Bundesverkehrswegeplanung. Seitdem hat das Staatliche Bauamt Schweinfurt die Planung für die neue Bundesstraße forciert und ist ein gutes Stück vorangekommen (siehe unten). Inzwischen hat die Behörde konkrete Vorstellungen, was mit dem dann nicht mehr benötigten Streckenabschnitt der B286 zwischen Arnshausen und Oerlenbach geschehen soll.

Sobald die bestehende Bundesstraße Arnshausen in Richtung Oerlenbach verlässt, führt sie durch ein Heilquellenschutzgebiet. "Wir müssen schauen, dass wir die alte Strecke aus dem Schutzgebiet herausnehmen", erklärt Alexander Schlegel, der die Planungsabteilung für den Straßenbau beim Bauamt leitet. Sprich: Die B 286 wird ab Arnshausen bis zur Abzweigung am Ende der Serpentinen Richtung Terzenbrunn, Ramsthal und Kreismülldeponie zurückgebaut. Dieser Abschnitt solle wegen der Quellen nicht einmal mehr als Schleichweg befahrbar sein. Aber: Die Straße soll nicht komplett verschwinden. "Wir wollen einen Radweg zwischen Arnshausen und Oerlenbach realisieren", sagt Schlegel.

Angedacht ist deshalb, nur eine Straßenseite abzubrechen. Eine Fahrbahn soll bestehen bleiben und ab Arnshausen zunächst als 2,50 Meter breiter Geh- und Radweg dienen. Dieser endet vorerst an der Abzweigung zum Terzenbrunn, er soll aber auf lange Sicht bis Oerlenbach führen. "Das ist noch sehr weit in der Zukunft", sagt Schlegel. Die restliche Strecke der alten Bundesstraße zwischen Terzenbrunn und Oerlenbach wird nach dem Bau der neuen nur noch als Kreisstraße benötigt. Der Abschnitt befinde sich in weiten Teilen in keinem guten Zustand und müsse saniert werden, bevor der Bund sie dem Landkreis Bad Kissingen übergibt. Im Zuge dieser Sanierung wäre es laut Schlegel möglich, den Radweg bis Oerlenbach weiterzubauen. "Da sind wir dabei, uns mit dem Landkreis abzustimmen", berichtet der Planer.

Das Kissinger Landratsamt begrüßt die Idee. Der Radweg zwischen Bad Kissingen und Oerlenbach habe eine große Bedeutung. Er binde Oerlenbach an das Radwegenetz des Landkreises Bad Kissingen an. "Darüber hinaus ist diese Radwegplanung eine wichtige Grundlage für die Anbindung an das Radwegenetz im Landkreis Schweinfurt", teilt Pressesprecherin Nathalie Bachmann mit.

Stadträte: Zwei baugleiche Wege nicht nötig

Schlegel stellte die Überlegungen am Mittwochabend den Mitgliedern des städtischen Bauausschusses vor. Das Gremium stand den Ausführungen zwar grundsätzlich offen gegenüber, in einem Punkt waren mehrere Räte aber nicht einverstanden.

Parallel zur B286 verläuft ab Arnshausen bereits ein Flurweg. Laut der Planung des Bauamtes soll dieser Flurweg gute eineinhalb Kilometer nach dem Ortsausgang Arnshausen in die zum Radweg verkleinerte Bundesstraße münden. Die B286 alt führt dann ab dieser Stelle als drei Meter breiter, kombinierter Geh-, Rad- und Feldweg weiter. Der bestehende Flurweg werde schon jetzt rege von Radfahrern und Spaziergängern genutzt, hieß es aus dem Gremium. Thomas Schlembach (DBK), Richard Fix (Grüne) und Wolfgang Lutz (CSU) sprachen sich deshalb dafür aus, die B286 ab Arnshausen bis zur Einmündung an den Flurweg komplett zurückzubauen. Zwei baugleiche Wege seien nicht nötig. "Das sind später einmal alles zusätzliche Unterhaltskosten für die Stadt", meinte Lutz. Fix argumentierte mit Naturschutz: "Eine Straße auf dieser Länge komplett zu entsiegeln, ist eine seltene Gelegenheit."

Alexander Schlegel äußerte Bedenken, dass der Bereich, in dem der Flurweg in die B286 mündet, für Radfahrer zu steil sein könnte. "Wir wollen aber, dass der Radweg zwischen Bad Kissingen und Schweinfurt attraktiv ist", sagte er. Der Planer sicherte zu, zu prüfen, ob die B286 bis zur Einmündung des Feldwegs komplett entfallen kann.

B 286 neu: Stand der Planung

Strecke Die B 286 neu zweigt nach der Bahnunterführung Arnshausen links ab. Sie quert auf einer 260 Meter langen und 20 Meter hohen Brücke das Lollbachtal. Von dort geht es bis zum Umspannwerk Eltingshausen und von dort um den Ort herum. An der Rottershäuser Kreuzung trifft sie auf die ehemalige B 19 und führt dann zur Autobahnauffahrt Oerlenbach auf die A 71.

Stand Das Staatliche Bauamt will den Vorentwurf in diesem Frühjahr beim Bundesverkehrsministerium zur Genehmigung einreichen. Im zweiten Halbjahr 2022 könnte das Planfeststellungsverfahren starten, ein Baustart ist frühestens 2024 möglich.