"Wenn es eine Rangfolge der beliebtesten Mitarbeiter gäbe, dann stünde August Brendan ganz weit oben", sagte Bürgermeister Armin Warmuth zum Abschied des Ordnungsamts-Leiters in den Ruhestand. Nicht ganz so im Rampenlicht steht Peter Schäfer. Der Kraftfahrzeugmeister hielt mit Können und Kreativität den städtischen Fuhrpark in Schuss. Auch er geht zum Monatswechsel mit 63 Jahren in den Ruhestand.
Bei Brendan lässt sich das mit dem Ruhestand nur eingeschränkt sagen. Er kümmert sich auf Basis geringfügiger Beschäftigung noch zwei Jahre um die Friedhöfe der Stadt. Die würdevolle Unterbringung der Toten ist Herzensangelegenheit Brendans.


Lob für Tatendrang

In seiner Arbeitsauffassung verfließen die Grenzen zwischen beruflichem und ehrenamtlichem Wirken. Pragmatisch sucht er mit handwerklichem Geschicks nach Lösungen. Auch was Barrierefreiheit und Naturschutz angeht. Vorbildcharakter hat seine Schaffung eines kleinen Weinbergs zwischen den Friedhofsmauern zur Unterbringung von Urnengräbern. Diese Gestaltung erfreut sich regen Interesses und soll jetzt auf Obereschenbach übertragen werden "Wenn er gerade mal nicht erreichbar war, konnte es sein, das er gerade mit dem Minibagger unterwegs war", umriss Bürgermeister Warmuth den Tatendrang Brendans. Der sei unersetzlich.
Gleiches gilt auch für Brendans Einsatz als Marktmeister. Zu bestehendem Frühjahrs- und Herbstmarkt rief Brendan vor 25 Jahren Flohmarkt und Bauernmarkt sowie die Modellbahnbörse ins Leben. Als Flohmarkt-Manager war er schon um 5 Uhr auf den Beinen, um den Markttreibenden Plätze zuzuweisen. "Da wird es Einschnitte geben", blickte Warmuth voraus. Das Bahnhofsfest 1993 mit tausenden Besuchern finanzierte Brendan unter anderem mit der Sonderedition einer Telefonkarte und eines Modellbahnwaggons.
1967 war der Scheidende noch im Landratsamt Hammelburg unter Landrat Adam Kaiser in den Öffentlichen Dienst eingetreten. Wegen guter Leistungen erhielt er ein halbes Jahr Lehrzeitverkürzung. Mit der Gebietsreform kam er 1972 zur Stadt Hammelburg. Unter anderem leitete er 49 Wahlen. "Mit einer Leistungsbereitschaft, die mich manchmal schon um seine Gesundheit fürchten ließ", erzählt Geschäftsführender Beamter Roland Goerke. "Mit Stimmenauszählung war man schon mal 30 Stunden am Stück im Einsatz", berichtet Brendan, den die Kollegen auch wegen seines Humores schätzen. Die Pointe: "Einmal bin ich am Montagabend um 20 Uhr am Auszähltisch eingeschlafen."


Wertvoller Mitarbeiter

Unter erschwerten Bedingungen wartete Peter Schäfer seit 2000 den städtischen Fuhrpark in der Bauhof-Werkstatt. Von den Inspektionen bis zum Zerlegen von Motoren und der Konstruktion einer Schneepflughalterung schreckte der "Kraftfahrzeugmeister der alten Schule" (Warmuth) vor keiner Herausforderung zurück. "Sie waren ein wertvoller Mitarbeiter", lobte Stadtbaumeister Detlef Mohr mit Blick auf die ersparten Werkstattrechnungen. Schäfer hält als "Allrounder" auch betagte Geräte am Laufen, die die Stadt wegen knapper Kasse nicht ersetzen kann. Darüber hinaus brachte er seine Schweißkunst etwa bei der Errichtung von Zäunen ein. 1966 hatte Schäfer seine Lehre als Kraftfahrzeugmechaniker begonnen und zunächst in namhaften Werkstätten der Region gearbeitet. Nachfolger von Brendan wird Stefan Stöth und von Schäfer Kraftfahrzeugmeister Alfred Hack. Wolfgang Dünnebier