Die Verleihung des Staatlichen Ehrenzeichens an langjährige Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr bedeutet für jede Wehr einen Höhepunkt im Vereinsleben. Landrat, Kreisbrandrat, Bürgermeister und Stadt-, bzw. Gemeinderäte reihen sich neben den Angehörigen in den Gratulations-Chor ein, zu dem meist auch weitere Aktive der Wehr geladen werden. Die Coronapandemie hat nun auch diese Veranstaltung fast grundlegend geändert.

Kleiner festlicher Rahmen

Zwar erinnerte Nüdlingens Bürgermeister Harald Hofmann daran, dass "die staatliche Ehrung den zu ehrenden Feuerwehrmännern, ihren Familien, Ehefrauen und Partnerinnen gewidmet ist", gleichzeitig bedauerte er aber, dass der kleine festliche Rahmen, mit knapp 20 Personen, den derzeitigen Vorsichtsmaßnahmen der Corona Pandemie geschuldet sei.

Wie der Bürgermeister weiter ausführte benötigt die Feuerwehr nicht nur hochmotivierte Frauen und Männer um jederzeit auszurücken und zu helfen. Sie müssen aber auch üben, um sich auf die Veränderungen der Aufgaben im Rettungswesen einzustellen, denn die heutige moderne, leistungsstarke Feuerwehr ist eine multifunktionale Einsatztruppe für fast jeden erdenklichen Not- und Katastrophenfall. Ohne Feuerwehrleute wären alle öffentlichen Anstrengungen vergebens - "ohne freiwillige Feuerwehr sind alle Feuerwehrfahrzeuge überflüssig, denn sie leisten ehrenamtlich Hilfe, sie retten und bergen Menschen und Sachwerte".

Besondere Wertschätzung

Stellvertretender Landrat Emil Müller sagte: "40 Jahre, das ist ein halbes Leben und etliche der hier Anwesenden kennen den Feuerwehrdienst länger als ihre Ehefrau". Weiter sagte Müller, sich so lange ehrenamtlich in der Feuerwehr zu engagieren, die mehr fordere als nur die Mitgliedschaft, das fordere eine besondere Form der Wertschätzung, eben in Form des Staatlichen Ehrenzeichens. Schließlich sei es schon fast selbstverständlich, dass die freiwillige Feuerwehr nicht nur zum Brand, sondern auch bei Hochwasser oder größeren Unfällen ausrücken und die hier Versammelten stellten sich dieser Herausforderung nun schon seit mehr als vier Jahrzehnten.

Plattform dörfliche Lebens

Zudem sei inzwischen in vielen kleinen Gemeinden die Freiwillige Feuerwehr der einzige und letzte Verein im Ort, eine Plattform des dörflichen Lebens und, wie Müller es ausdrückte "die Feuerwehr ist der Kleister und Leim der Gemeinden".

Geehrt und ausgezeichnet mit dem Staatlichen Ehrenzeichen für 40-jährige aktive Feuerwehrtätigkeit wurden Franz Kiesel, "den Franz muss man nicht lange fragen" und Georg Wilm "eine weitere Säule der Freiwilligen Feuerwehr Nüdlingen", so deren Kommandant Alexander Frey. 40 Jahre aktiv bei der Feuerwehr in Haard sind Gerold Lang, der sich um die Organisation bei den Beerdigungen verstorbener Kameraden kümmert, Michael Hehn (Auf- und Abbau bei Festen und Initiator des Karfreitäglichen Makrelengrillens) und Burkhard Diez, eines der ersten Atemschutzträger der Freiwilligen Feuerwehr Haard. Sebastian Fell, erhielt für seinen Einsatz für die Feuerwehrjugend des Landkreises Bad Kissingen das Jugend Ehrenabzeichen des Freistaates Bayern überreicht.