Im gesamten Bundesgebiet treten seit Herbst vermehrt durch Noroviren ausgelöste Magen-Darm-Erkrankungen auf. Im benachbarten Main-Kinzig-Kreis beispielsweise ist in den vergangenen Wochen ein heftiger Ausbruch zu beobachten gewesen. Im vierten Quartal 2016 wurden bis Anfang Dezember 324 Fälle registriert. Im Landkreis Bad Kissingen ist die Situation dagegen momentan überschaubar. Das ganze Jahr über wurden bis zur 50. Kalenderwoche 87 Fälle gemeldet. Die Zahlen sind damit deutlich niedriger als im Vorjahr (167 Fälle insgesamt). "Bestimmte Einrichtungen sind nicht betroffen", berichtet das Gesundheitsamt auf Nachfrage.

Es besteht eine Meldepflicht nach dem Infektionsschutzgesetz. Wird das Virus von einem Labor in einer Stuhlprobe festgestellt, wird das Gesundheitsamt benachrichtigt. Meldepflichtig ist außerdem, wenn der Verdacht bei einer Person besteht, die mit Lebensmitteln arbeitet oder in einem gastronomischen Betrieb beschäftigt ist. Auch das epidemische Auftreten sowie Erkrankungen in Kindergärten sind zu melden. Dennoch ist die Dunkelziffer bei Infektionen mit dem Norovirus generell hoch. "Bei leichteren Infektionen gehen die Patienten nicht zum Arzt; häufig werden auch keine Stuhlproben ins Labor versendet", sagt die Pressesprecherin im Landratsamt, Lena Pfister.


Auf Hygiene achten

Noroviren führen wenige Stunden nach ihrer Aufnahme im Körper zu einer Magen-Darm-Erkrankung. Sie zählen zu den häufigsten Durchfallerregern. Symptome sind das plötzliche Auftreten von Übelkeit, heftiges Erbrechen, Bauchschmerzen und wässrige Durchfälle. Infektionen können ganzjährig auftreten, im Winter nehmen die Erkrankungen meist zu. "Besonders betroffen sind in der Regel Kinder unter fünf Jahren und ältere Personen über 70 Jahren", erklärt Pfister. Anstecken kann sich jeder, die Erreger sind hoch infektiös. Um zu erkranken, reichen bereits zwischen zehn bis 100 Viruspartikel aus.

Der Norovirus wird in erster Linie direkt von Mensch zu Mensch übertragen. Infektionen können aber auch von kontaminierten Speisen wie etwa Salaten, Krabben und ungekochten Tiefkühlfrüchten ausgehen.

Um eine weitere Verbreitung der Krankheit zu vermeiden empfiehlt das Gesundheitsamt, nach Erkrankung 48 Stunden nicht zu arbeiten und isoliert zu bleiben. Der Erreger wird auch nach der Erkrankung noch einige Zeit über den Stuhl ausgeschieden. "Eine sorgfältige Sanitär- und Händehygiene ist daher nicht nur im Erkrankungsfall wichtig", betont Pfister.


Statistik zum Norovirus

2016 Bislang wurden dieses Jahr im Landkreis Bad Kissingen 87 Erkrankungen gemeldet, bayernweit sind es 6806 Fälle. Laut Landesamt für Gesundheit liegen die Fallzahlen auf die letzten fünf Jahre betrachtet auf hohem Niveau. Am stärksten betroffen sind derzeit Oberfranken und Niederbayern.

2015 Im Vorjahr wurden im Landkreis 169 Infektionen bekannt. Bayernweit waren es 9194 Fälle.