Bad Kissingen — Irgendwie ist es schon peinlich. Da kündigt Staatssekretär Gerhard Eck (CSU) vor gut vier Wochen über einen Pressetermin mit viel politischer Prominenz an, dass es nun mit dem Radweg nach Arnshausen weitergehe - und zwar sofort! Doch dann tut sich nichts. Kein Bauarbeiter lässt sich blicken, der Bagger, der zum offiziellen Spatenstich vor Ort war, hat sich schon unmittelbar nach dem Termin wieder verkrümelt.
"Das hängt daran, dass uns die Baufirma wenige Tage nach dem Spatenstich mitgeteilt hat, dass sie wegen der Betriebsferien erst vier Wochen später mit den Arbeiten beginnen kann", sagt Holger Bothe, leitender Baudirektor beim Staatlichen Bauamt in Schweinfurt.
Auch Bothe spricht von einer Peinlichkeit. Das müsse die Baufirma doch schon vorher gewusst haben: "Da hätte man uns eben informieren müssen, dann wäre der Spatenstich verschoben worden."

Zeitplan soll eingehalten werden

"So geht man unter Partnern nicht miteinander um", fährt Bothe fort. Gleichzeitig gesteht er den Mitarbeitern der Baufirma den Urlaub zu. Einen Urlaubsstopp habe man seitens der Behörde dann auch nicht gewollt. Zumal die Baufirma versichert habe, trotz der vierwöchigen Verspätung im Zeitplan zu bleiben.
Das mit dem Betriebsurlaub bestätigte Bauleiter André Bock von der Schweinfurter Baufirma Glöckle. Andererseits habe man für den Radweg-Bau eine Kolonne zusammengestellt, die den Urlaub verschoben hätte.
Dann sei kurz nach dem Spatenstich der verantwortliche Polier krank geworden. "Ohne Polier geht's nicht", so Bock. Niemand habe wissen können, dass er so lange ausfällt. "Da kann im Endeffekt keiner etwas dafür, das ist dumm gelaufen." Sofort, nachdem der Ausfall des Poliers klar geworden war, habe man das Staatliche Bauamt informiert und um eine Verschiebung bis Mitte September gebeten, so André Bock weiter.
Im Übrigen sei der Spatenstich-Termin mit dem Staatssekretär nicht mit der Firma abgestimmt gewesen. "Wir hatten keine Möglichkeit, vorher mit Eck zu sprechen", sagt Bock.
Der Bauleiter versichert, dass der Polier bis Mitte September wieder genesen sei, man habe mit ihm Rücksprache gehalten. Baubeginn werde der 15. oder 16. September sein. Die Fristen werde die Baufirma einhalten.

So geht es weiter beim Radweg

Fahrplan
Der Fahrplan für den Radwegbau nach Arnshausen sieht folgendermaßen aus: Der Weg wird noch heuer bis hin zum Bahndamm gebaut. Gleichzeitig werden bis Anfang/ Mitte Dezember die Fahrbahn der B 286 entlang des Radwegs bis auf die oberste Deckschicht erneuert und eine Linksabbiegerspur Richtung Krettek gebaut. Das bedeutet, dass im Winter die B 286 ohne Behinderung befahrbar sein wird.

Unterführung Ab 31. Oktober wird jenseits des Bahndamms mit dem Bau der Unterführung begonnen. Diese wird neben dem Damm errichtet und Anfang Juni 2015 unter die Bahnstrecke eingeschoben.
Abschluss Ab Juni 2015 werden die Deckschichten auf dem nördlichen Teil des Weges und der B 286 aufgebracht werden. Dazu wird die Straße voll gesperrt werden müssen. Diese Zeit nutzt das Bauamt auch für die Tieferlegung der B 286 an der Bahnunterführung Oerlenbach. Gleichzeitig beginnt der Bau des 2. Wege-Abschnitts zwischen Bahndamm und Arnshausen. Komplett fertig gestellt sein wird der Weg im Dezember 2015.

Geduld Die Arnshäuser mussten gut 42 Jahre warten, bis sie ihren im Eingemeindungsvertrag zugesicherten Radweg erhalten. Den Stein endlich ins Rollen gebracht hat Staatssekretär Gerhard Eck.