Beim Aschacher Wehr wird der Fischschutz verbessert. Dem Pächter hat die Auflage, Teile der Anlage zu sanieren. Seit einigen Wochen laufen die Arbeiten am Wasserkraftwerk unterhalb des Aschacher Schlosses. Fische sollen künftig sicherer absteigen können. Außerdem soll die Anlage dank eines neuen Rechens effzienter werden. Die Technik ist neu.
Es ist die zweite Anlage im Landkreis, die mit dem neuen Rechen ausgestattet wird.

Fische wie Bachforellen, Elritze, Mühlkoppen und Aale tümmeln sich in der Saale und passieren die Aschacher Wasserkraftanlage. Die Tiere sollen mit dem neuen Rechen bald besser geschützt werden. Das Neue: die Stäbe sind nicht wie üblich vertikal, sondern horizontal ausgerichtet. Zudem liegen sie dichter beieinander. Sie sind mit einem Abstand von 15 Millimetern nur noch halb so weit voneinander entfernt. Mit diesen engen Stababstände soll verhindert werden, dass die Fische durch den Rechen rutschen und in den Turbinen verletzt oder getötet werden.

Fische und Laub wurden bei dem früheren Rechen nach oben weg abgezogen. Mit der neuen Vorrichtung werden die Tiere seitlich vom Rechen abgestriffen und gelangen in ein Becken nebenan, von dem sie wieder in den Fluss gelangen. Oder sie benutzen den neuen Fischabstieg, der etwa 20 Meter entlang der Wehranlage läuft. Gleichzeitig soll sich der Wirkungsgrad der Anlage erhöhen. Durch die Optimierung soll eine Steigerung um 10 Prozent erzielt werden können, da mit weniger Ausfällen gerechnet wird. Vor drei Jahren wurde diese Technik bereits in der Lindesmühle in Bad Kissingen verbaut.


Pachtvertrag gilt 30 Jahre

Inhaber des Wasserrechts ist der Bezirkt Unterfranken. Der hat 2011 den Betrieb an einen neuen Pächter vergeben - mit der Auflage, die Wehranlage zu sanieren. "Die Arbeiten sind notwendig, damit das Wehr nicht einbricht" sagt Andreas Polst, Verwaltungsdirektor beim Bezirk Unterfranken. Nicht nur der Rechen, auch die Staumauer wurde saniert und in Stand gesetzt. Für den Betreiber lohnt sich der Aufwand: "Das Wehr ist solide gebaut. Ältere Anlagen haben oft eine höhere Lebensdauer", sagt Bauherr Peter Bergmann (Lichtenfels). Der Pachtvertrag läuft für 30 Jahre. Als das Wasserrecht 2012 verlängert wurde, wurde ein Gutachten erstellt - Grundlage für die Sanierungsarbeit.

Die Pläne für die Arbeiten wuchsen gemeinschaftlich: "Planer, Betreiber, Wasserwirtschaftsamt und Naturschutz saßen zusammen und haben sich beratschlagt, wie der Fischabstieg hier am besten funktioniert", sagt Martin Rottenberger Sachgebietsleiter Wasserbau beim Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen. "Man konnte hier nichts von der Stange reinsetzen." An Anfang viel und gut zu planen zahle sich aus, meint er. Für das Wasserwirtschaftsamt ist das Aschacher Wehr eine besondere Anlage: "Sie gehört der öffentlichen Hand und die muss mit gutem Vorbild voran gehen", sagt Birgit Imhof, Abteilungsleiterin im Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen. Der Betreiber Peter Bergmann will die Arbeiten Mitte des Monats abschließen. Spätestens aber vor Einbruch des Winters.