Nach der Baustelle ist vor der Baustelle: "Das Dach der Marienkapelle ist fertig, jetzt geht es bei der Jakobuskirche weiter", sagt Peter Kaidel, Kirchenpfleger bei der Katholischen Kirchenstiftung Herz-Jesu. Rund 700.000 Euro investiert die Kirchenstiftung laut Kaidel derzeit in die beiden Kirchen. Zwar gebe es Zuschüsse von der Diözese Würzburg, von der Stadt Bad Kissingen und der Bayerischen Landesstiftung, aber: "Rund 300.000 Euro muss die Kirchengemeinde selbst übernehmen", schätzt Kaidel.

Möglich sei die Investition nur durch die niedrigen Kredit-Zinsen. "Wir haben ja nur noch knapp 4300 Mitglieder", verweist der Kirchenpfleger auf sinkende Einnahmen aus der Kollekte. "Wir waren schon mal über 5000", erinnert Kaidel an bessere Zeiten. Dabei habe die Kirchenstiftung parallel zur Sanierung der beiden Kirchen noch die Heizung im Gemeindezentrum erneuert und die Orgel in der Stadtpfarrkirche gereinigt und gestimmt.

"Bei der Jakobuskirche geht es um eine reine Dachsanierung", berichtet der zuständige Architekt Henry Kiesel. Aktuell werde das Gerüst gestellt, was bei den verschachtelten Dach-Teilen eine Herausforderung sei. Danach rücken Dachdecker und Spengler an. Gespannt ist Kiesel auf die ersten Untersuchungen von außen: Von innen scheint an mehreren Stellen die Sonne durch die Ziegeln, ein endgültiges Schadensbild zeige sich aber oft erst, wenn die Ziegel abgenommen werden.

"Die Arbeiten werden mindestens bis in den Oktober rein dauern, aber die Kirche bleibt die ganze Zeit über nutzbar", sagt Kiesel. Bei der Marienkapelle konnte wegen des milden Wetters und auf Grund der Dach-Verschalung den Winter über gearbeitet werden, dort werden laut Kaidel nur noch Restarbeiten an den Sandstein-Gewänden erledigt.