Wie wichtig ein Defibrillator (Defi) ist, erklärte Kommandant Sebastian Wetzel, als die Ebenhäuser Feuerwehr ihr 140-jähriges Bestehen feierte. Das Gerät werde im Löschfahrzeug LF 8/6 untergebracht. "Man kann nichts falsch machen", ermutigte er. Der Defi gebe nach dem Einschalten konkrete und für jedermann verständliche Anweisungen. Herzattacken seien im Alltag Todesursache Nummer eins.


Ein Defi helfe: Im Notfall sei am Feuerwehrhaus Alarm auszulösen und zu warten, bis ein Feuerwehrmitglied kommt. Alle Mitglieder seien geschult, um mit dem Defi rasch zu helfen. Das Gerät habe 2000 Euro gekostet. 500 Euro gab die Gemeinde, den Rest finanzierten Spenden und Christbaumverkauf.

Beim Festtag wurde aber nicht nur der Defi vorgestellt, sondern auch das Wirken langjähriger Mitglieder gewürdigt. Bereits seit 70 Jahren gehört Hilmar Wetterich zur Wehr. Der heute 87-jährige stieß in seinem Geburtsort Pfändhausen zur Feuerwehr und wechselte 1950 nach seiner Heirat zu Ebenhausen mit Alfred Warmuth als Kommandanten. "Hier war ich lange aktiv dabei. Besondere Verantwortung konnte ich nicht übernehmen, da ich in unserer Landwirtschaft voll gefordert war", erzählte er und denkt mit Wehmut daran, dass er seine Jugendzeit in Zweitem Weltkrieg und Gefangenschaft, aus der er erst 1948 entlassen wurde, verbringen musste.

Die Feierlichkeiten der Freiwilligen Feuerwehr Ebenhausen wurden mit einer Kirchenparade eröffnet, an der sich Fahnenabordnungen der Vereine und der Blaskapelle mit Martin Mühleck beteiligten. Nach dem Festgottesdienst mit Pfarrer Balthasar Amberg folgte der eigentliche Festakt, bei dem der stellvertretende Vorsitzende Fabian Wahler deutlich machte, dass das Motto "Bereitschaft und Mut schützen Menschen Hab und Gut" seit 140 Jahren den Geist in der Wehr prägt.

Angefangen von der Gründung am 15. August 1873 führte Wahler einige Meilensteine auf: die erste Satzung 1875, Saug- und Druckspritzpumpe 1901, Drehleiter 1923, Großbrand von fünf Scheunen mit Nebengebäuden 1945, erste Schutzanzüge 1953, die erste Motorspritze 1954, die erste Leistungsprüfung 1965, das neue Feuerwehrhaus 1973, die Damenlöschgruppe 1981, Umbau und Erweiterung des Feuerwehrhauses 1999 und das neue Feuerwehrauto LF 8/6 2003. "Es gibt für uns keinen Stillstand", rundete Wahler ab und verwies auf den neuen Defi und auf ein Mannschaftsfahrzeug, das erst vor wenigen Tagen als Gebrauchtwagen gekauft wurde.

Um Wärmebildkamera ergänzen

"Wir brauchen die Feuerwehr, auch wenn wir sie lieber nicht bräuchten", ergänzte Bürgermeister Siegfried Erhard (CSU). Schon immer hätten Brände und Naturkatastrophen die Existenz der Menschen bedroht. Zum Schutz habe es im Mittelalter amtlich bestellte Feuersicherer gegeben. Technische Hilfeleistungen rückten heute immer mehr in den Vordergrund. Dass die Wehr selbst Mittel etwa für Defi und Mannschaftsauto einbringe, verdiene große Anerkennung. Zur Ausrüstung komme in Kürze eine Wärmebildkamera.

Als Dankeszeichen übergab Erhard einen Scheck der Gemeinde vor allem für die Jugendarbeit. "Die Feuerwehren sind die Eliten unserer Dorfgemeinschaft", stellte stellvertretende Landrätin Magdalena Dünisch (Freie Wähler) heraus und ergänzte: "Ihr zeigt freiwilligen und ehrenamtlichen Bürgersinn, setzt euch selbstlos und pflichtbewusst für die Allgemeinheit ein und helft in schwierigen Lagen." Das Erbe der Gründerväter präge bis heute das Tun, in das immer wieder Nachwuchskräfte eingegliedert würden. Auch Magdalena Dünisch übergab - im Auftrag des Landkreises - einen Scheck.

Kreisbrandinspektor Edwin Frey ging auf die erfolgreiche Jugendarbeit in Ebenhausen ein, bevor zahlreiche Bewohner mit den Feuerwehrleuten feierten. Zu besichtigen waren unter anderem die noch funktionierende Saug- und Druckspritze von 1901 und die Drehleiter von 1925.



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Ehrungen


70 Jahre Hilmar Wetterich

60 Jahre Waldemar Flasch, Reinhard Herterich, Georg Karch, Siegfried Keßler, Helmut Kuhn, Philipp Kuhn, Alfred Mühleck, Edmund Seufert und Hermann Stürmer

50 Jahre Winfried Warmuth

40 Jahre Ludwig Brandenstein, Klaus Eckert, Wolfgang Greubel, Ludwig Hilpert, Reinhard Rauh, Reimund Reichert, Herbert Ziegler und Klaus Zimmermann khw