Für die Kinder ist es praktisch, dass die Busse direkt vor die Grundschule fahren. Bei schlechtem Wetter zum Beispiel können sie im Gebäude warten und müssen nicht im Regen stehen. Der Hausmeister passt auf, dass das Ein- und Aussteigen geordnet abläuft. Die Aufsicht gerade über die Jüngsten hält die Schule für wichtig.
Das ist für sie ein Vorteil der Haltestelle.

Die kommunale Unfallversicherung sieht es jedoch nicht gerne, dass der Verkehrsübungsplatz an der Grundschule der Schulbusbahnhof ist - auch wenn dort offensichtlich seit längerer Zeit nichts passiert ist. Die Diskussion um den Bushalteplatz ist nicht neu. Zuletzt gab es im vergangenen September einen Termin mit dem Vertreter der Versicherung, der Polizei und der Stadt. "Die Versicherung hat eindeutig gesagt, dass sie im Fall eines Unfalls die Kosten übernehmen und die Stadt in Regress nehmen wird", erklärte Reimar Glückler (CBB) bei einem Ortstermin.

Das Problem ist die Zufahrt über die Friedrich-Müller-Straße. Dort kann es eng zugehen, vor allem wenn noch Autos an der Straße parken. "Es kommt zu gefährlichen Situationen im Begegnungsverkehr", erklärte Hubert Koch von der Polizei und der Gebietsverkehrswacht. Die Autos müssen ausweichen.

Claus Schubert, Geschäftsführer des Kreisomnibusbetriebs (KOB), hielt aber auch den Verkehrsübungsplatz selbst für nicht geeignet. "Um 13 Uhr fahren sieben Busse und um 16 Uhr fahren sieben Busse. Das sind jeweils 115 Meter Bus, die auf dem Platz untergebracht werden müssen", sagte Schubert. Das funktioniere nur mit einem Trick: Ein Bus stehe in der Mitte und rangiere dann heraus. Zwei Busse warteten zudem außerhalb, bis die anderen weggefahren seien. Koch rechnete vor, dass es in Zukunft mehr Busse sein könnten, wenn der Schulverbund sich auf Hammelburg hin konzentriert.

Für den KOB-Chef ist der Weihertorplatz der Bahnhof für den öffentlichen Personennahverkehr in Hammelburg. Doch um das Schulbusaufkommen zu verkraften, müsste die Haltestelle ausgebaut werden. Dies ginge auf Kosten einer Parkplatzreihe. Die Kinder müssten auf dem Weg zur Schule außerdem die Weihertorstraße und den Bleichrasen queren. Darin sah Bürgermeister Ernst Stross (SPD) eine Gefahrenquelle.

Als einziger Standort blieb für den Stadtrat damit nur das Gelände hinter dem Feuerwehrhaus übrig. Die Schüler des M-Zugs laufen bereits von dort zur Mittelschule. Für sie ist eine Ein- und Ausstiegsstelle eingerichtet worden. Für den Standort am Feuerwehrhaus soll nun eine Planung erstellt werden. Zunächst muss die Stadt dabei klären, ob sie an eine der infrage kommenden Flächen kommt. Denn diese gehört einem Privateigentümer. Die Kosten für den Umbau des Geländes zur Haltestelle für den Schulbusverkehr schätzte Stadtbaumeister Detlef Mohr grob auf 150 000 Euro. Die Stadt hoff auf Fördermöglichkeiten.

"Eine Wunschvorstellung" ist für Schubert eine Straße zwischen E-Center und Wasserhaus, die das Sportzentrum mit der äußeren Kissinger Straße verbinden würde, und weiter eine Anbindung an die Berliner Straße. Die Busse könnten dann die Stadt umfahren. "Das würde uns Tonnen an Treibstoff sparen", sagte der KOB-Geschäftsführer.