Musiklehrerin Christel Gimmler ist endlich angekommen: "Früher war wir über der Eingangshalle untergebracht, das war der erste Trakt, der abgerissen wurde", berichtet sie. "Dann war ich vier Jahre lang in der ehemaligen Küche zwischengelagert." Seit diesem Schuljahr hat sie endlich ihren eigenen Musiksaal - einen der beiden neuen im Gymnasium.

Vier Jahre Bauzeit

16,77 Millionen Euro hat die Generalsanierung des
Jack-Steinberger-Gymnasiums gekostet. Nach vier Jahren Bauzeit nahmen die rund 1000 Schüler alle neuen Räume in Beschlag. Offizielle Einweihung war am 17. Oktober.

"Damals waren die Flügel aber noch nicht fertig", berichtet Christel Gimmler, die mit ihrer Kollegin Elke Jörg für den Musik-Unterricht an der Schule verantwortlich ist. Unterstützt werden die beiden hauptamtlichen Musiklehrerinnen von Cello-Lehrerin Valentina Bering und dem stellvertretenden Leiter der Musikschule, Matthias Zull.
Auf Plakaten überall im Schulhaus wird nun für Donnerstag "Kammermusik zur Einweihung der neuen Musiksäle" angekündigt.

Allerdings sind keine Reden und Zeremonien geplant, sondern Musik. "Wir spielen nacheinander in beiden Räumen." So lernen die Besucher beide Säle kennen. Die Schmuckstücke in beiden Räumen sind die generalüberholten Flügel, aber auch sonst ist vieles neu. Der Saal von Elke Jörg hat unter anderem ein Misch-Pult und Boxen für die Big Band und einen großen Bildschirm hinter der Tafel. In Gimmlers Zimmer gibt es immerhin einen Flachbildschirm. "Wir haben hier Internet-Zugang und können uns auch mal einen Clip auf YouTube anschauen", verweist die Musiklehrerin darauf, dass sie auch mal ein Musik-Video in den Unterricht einbezieht.

Schlagzeuge und Schränke

Allerdings ist nicht alles Neue automatisch besser: "Früher hatten wir einen Parkettboden und eine Holzdecke, das war vom Klang her natürlich super." blickt Gimmler mit etwas Wehmut zurück. "Die neuen Musiksäle sind wie normale Klassenzimmer gebaut, nur etwas größer." So schön und geräumig alles sei, die Musiklehrerin schränkt trotzdem ein: "Die Akustik ist leider nicht besonders gut." Auf Nachfrage bestätigt das Landratsamt Bad Kissingen als Bauherr, dass beim Bau kein spezieller Akustiker eingeschaltet war. "Aber die Räume sind DIN-gerecht mit lämabsorbierenden Decken gebaut", sagt Sprecher Stefan Seufert.

Auch technisch gibt es noch offene Wünsche: In ihrem Zimmer stehen die Boxen beispielsweise auf dem Boden, Christel Gimmler muss also ziemlich laut aufdrehen, damit der Sound bei allen ankommt. Trotzdem sei das natürlich ein Riesen-Fortschritt im Vergleich zu den Provisorien der vergangenen vier Jahre, als Gimmler in der ehemaligen Schulküche, ihre Kollegin Elke Jörg im ehemaligen Handarbeitszimmer unterrichteten und mit einem elektrischen Piano vorlieb nehmen mussten. Neu sind Schlagzeuge in den beiden Musiksälen und viele Schränke: "Da lassen sich unsere Instrumente endlich mal gut verstauen", freut sich Gimmler über die neue Ordnung. Ob Cello, Trommel oder Regenstab: Alles hat seinen Platz.