Elfriede Böck will die Ausstellung im Stadtmuseum Herrenmühle modernisieren. Die Leiterin denkt vor allem an digitale Medien. Das Konversionsmanagement des Landkreises, das die Stadt während des Umbaus des Bundeswehrstandorts begleitet, könnte ihr dabei helfen.

Denn Tourismus ist für Cordula Kuhlmann "eine Kompensation für den Kaufkraftrückgang". Kuhlmann und Matthias Endres stellten den Stadträten vor, welche Vorhaben sie als
Konversionsmanager unterstützen wollen. Das Museum Herrenmühle nimmt schon allein seiner Lage wegen einen wichtigen Platz auf der Liste ein.

Aber: "Die Besucherzahlen waren in der vergangenen Zeit nicht so erfreulich. Es ist an der Zeit sich Gedanken zu machen", sagte Kuhlmann. Auch sie sprach von einem neuen Ausstellungskonzept.

Laut Bürgermeister Ernst Stross (SPD) sind dafür 28.000 Euro im Haushalt eingestellt. Kuhlmann: "Wenn es gelingt ein Förderprojekt daraus zu machen, reden wir vom Doppelten."

Eine neue Tourist-Information und ein neues Sanitärgebäude für die Wohnmobilisten auf dem Bleichrasen sollen den Fremdenverkehr weiter stützen. Als zusätzliche städtebauliche Vorhaben nannte Endres die Umgestaltung des Viehmarkts und die Nutzung der alten Volksschule als Vereins- und Bürgerhaus. Es soll mit allen Vereinen und Gruppen, die Räume in dem Gebäude belegen, darüber Gespräche geben.

Idee für ein Kulturzentrum

Die Konversionsmanager haben auch die Idee aufgenommen, den Büchsenhof (altes Feuerwehrhaus) in ein Kulturzentrum zu verwandeln. Mit dem Umbau bei der Bundeswehr wird außerdem das Jägercasino auf dem Lagerberg frei. Für das Gebäude muss eine neue Nutzung gefunden werden.

In der Aufzählung der Projekte vermisste Reimar Glückler (CBB) das Höfling-Haus und ein Infanteriemuseum. Er verwies zudem auf ein grundsätzliches Problem: Für den Büchsenhof oder die alte Volksschule beispielsweise sei kein Geld in der Finanzplanung der Stadt vorgesehen. Glückler: "Wir arbeiten viele Projekte aus, aber setzen nur wenige um. Der Haushalt gibt es nicht her." Hans-Dieter Scherpf (SPD) und Walter Bay (Grüne/ BfU) wollten konkrete Fördersummen wissen.

Dass die Finanzen der Stadt die Vorhaben begrenzen, räumte Kuhlmann ein. Das Konversionsmanagement selbst hat keine Fördermittel. Es soll der Stadt helfen, auf verschiedene Geldtöpfe zuzugreifen. Doch diese hängen auch immer von einem Eigenanteil ab.

Das Ziel für die Stadt ist es daher, die Beteiligung zu drücken. "Wir brauchen finanzielle Hilfe von außen. Es muss möglich sein, auch einmal 100 Prozent zu bekommen", forderte SPD-Fraktionssprecher Reinhard Schaupp.