"Es ist ein Experiment", erklärten sowohl Liedertafelvorsitzender Friedel Busche, als auch die Vorsitzende der Stadtkapelle, Erika Pascher. Doch beide betonten auch, dass sie sich vorstellen können, diesen Abend zu wiederholen.

Der Zufall spielte wie so oft bei dieser Veranstaltung eine gewisse Rolle. Auslöser war das Stadtfest. Beide Vereine hätten gerne an einem Weindorf mitgewirkt. Doch das gab es in diesem Jahr nicht. Und so kam die Idee auf, im Herbst etwas gemeinsam zu machen. Der Weinabend im Jugendhaus am Dicken Turm war geboren.

Für beide Vereine bedeutete dies ein ganzes Stück Vorbereitung. "Wir alleine könnten das gar nicht tun", betonte Friedel Busche. Denn die Bewirtung übernahmen beide Vereine gemeinsam. In der Küche und im Ausschank waren rund 16 Männer und Frauen beider Vereine im Einsatz. Die einen strichen Brote, die anderen schenkten die Getränke aus und wieder andere bedienten im Saal. Einige der Helfer waren in doppelter Funktion unterwegs. Wenn ihr Auftritt kam, wurde das Serviertablett kurz zur Seite gestellt. Dann ging es zum Singen auf die Bühne.
Auf der Bühne wechselten sich die Chöre der Liedertafel (Männer und Frauen) sowie die Stadtkapelle mit unterhaltsamen Liedern rund um den Wein und die Geselligkeit ab. Auch ein gemeinsames Potpourri animierte das Publikum zum Mitsingen und Schunkeln. Heike Sauer moderierte.


Harmonische Vorbereitung


Insgesamt waren an diesem Abend rund 70 Männer und Frauen im Wechsel auf der Bühne. Jonas Warthemann von der Stadtkapelle war mit zwölf Jahren der jüngsten Akteur und nach seiner Aussage überhaupt nicht aufgeregt. Die Liedertafel stellte die ältesten Akteure mit Ende 70.

Erika Pascher fand, dass ein solcher gemeinsamer Abend eine spannende Sache sei. Viermal habe man sich im Vorfeld getroffen, um die Logistik im Griff zu haben. Dazu kam bei der Liedertafel noch eine gezielte Vorbereitung auf diesen Abend von rund einem Vierteljahr, erklärte Friedel Busche. Auch bei den Frauen sei seit Ende der Sommerpause auf diesen Abend hin gearbeitet worden. Die Stadtkapelle hat zwar auch geübt, doch sie spielte hauptsächlich Stücke aus dem vorhandenen Repertoire, zum Auftakt beispielsweise den Frankenmarsch.
Der gemeinsame Weinabend "ist eine sinnvolle Kombination", fand Friedel Busche und lobte ausdrücklich das "freundschaftliche Verhältnis" der beiden Vereine bei den einzelnen Besprechungen. Im Wechsel sangen und spielten die Akteure dann einen unterhaltsamen Abend. Die Liedertafel huldigte natürlich vor allem dem Wein. Und beim Udo Jürgens Hit "Mit 66 Jahren" ging auf der Bühne richtig die Post ab. Kein Wunder, so manch einer der Sänger konnte ja aus eigener Erfahrung bestätigen, wie Recht Udo Jürgens mit dieser Aussage hat.