Der Tag der deutschen Einheit war gleichzeitig "Maus Türöffner Tag." Geöffnet waren 785 Türen von Kampfkunstschulen, Gartencentern, Babygruppen, Schwimmbädern, Stadtwerken, Weingütern oder Architekturbüros in der ganzen Bundesrepublik. In Münnerstadt hatte Architekt Andreas Halboth an diesem Tag sein Büro im Michelsgrund für Kinder geöffnet. Sie hatten dabei die Gelegenheit, sich sehr ausführlich zu informieren, was ein Architekt so alles macht und was er arbeitet. Im Landkreis Bad Kissingen beteiligte sich außer ihm nur noch das Jack-Steinberger-Gymnasium mit seinem Vivarium.

Diese Aktion hatten die Macher der bekannten ARD-Kindersendung "die Sendung mit der Maus" gestartet. Der erste Tag fand im Jahr 2011 anlässlich des 40-jährigen Bestehens der "Sendung mit der Maus" statt. "Leider ausgebucht" hieß es schon Tage vor dem "Maus Türöffner Tag", wenn Interessenten auf einer großen Karte im Internet bei Architekt Andreas Halboth anklickten, um sich anzumelden. Das Interesse war also riesengroß.

Warum unter den insgesamt 17 Kindern, die in drei Gruppen kamen, viele aus Thüringen waren, wusste Andrea Halboth allerdings nicht zu sagen. Drei der Buben und Mädchen kamen aus Münnerstadt selbst, andere aus Bad Kissingen, Schwebheim, Schmiedefeld, Fiernau und sogar Coburg. Ab März konnten sich Veranstalter beim WDR melden. "Mein Mann hat sich aber erst vor vier Wochen entschieden, mitzumachen" erzählte Andrea Halboth unserem Mitarbeiter. Das Interesse der Buben und Mädchen, etwas über Architektur zu erfahren, war trotzdem groß. Und sie wurden nicht enttäuscht. "Was macht ein Architekt?", fragte Andreas Halboth seine jungen Gäste, die anfangs in seinem Drucker-Raum um einen großen Arbeitstisch versammelt waren. "Er plant die Häuser, er ist auch dabei und er beaufsichtigt den Bau", wussten die Buben und Mädchen und auch auf die Frage, welche Arbeiter es auf dem Bau denn gibt, bekam Halboth viele richtige Antworten: Maurer, Zimmerer, Dachdecker, Spengler, Fensterbauer, Heizungsbauer, Handwerker für die Sanitäranlagen. Sie lernten, welche Dachformen es gibt oder welche Materialien man für den Fensterbau verwenden kann: Holz, Plastik oder Aluminium. Halboth führte auch vor, wie man heute Pläne am Computer dreidimensional zeichnet und dann auf einem Drucker bis zu 1,10 Meter Breite und schier endloser Länge ausdrucken kann. Die Zeit der langwierigen Arbeit am Reißbrett ist längst vorbei, erklärte er. Die Kinder durften sogar selbst ihr eigenes Traumhaus entwerfen. Ganz besonders interessant fanden sie auch die Thermo-Kamera, die normalerweise dazu dient, die Wärmedämmung Häusern zu prüfen. Schon jetzt kündigt der WDR auf der Internet-Seite www.wdrmaus.dean, dass der "Maus Türöffner Tag" auch im kommenden Jahr stattfindet und ab März 2019 wieder Anmeldungen von Firmen und Institutionen möglich sind. Dort können sich die Kinder bei Interesse dann melden.