Es will einfach nicht regnen. Und dazu kommt die Hitze.Überall herrscht Trockenheit. Das erhöht in den Wäldern rund um Münnerstadt die Waldbrandgefahr. Gefährdet sind vor allem Bestände mit Kiefern, sagt Stadtförster Jörg Mäckler. Als Förster kann er nur wenig Vorkehrungen treffen, damit im Wald kein Feuer ausbricht. "Wir können nur hoffen, dass wir gut Durchkommen". Die Freiwillige Feuerwehr Münnerstadt hat nach Angaben ihres Kommandanten Robert Müller derweil besondere Vorkehrungen getroffen, sollte es doch zu einem Brand kommen.

Bei der Brandprävention braucht der Stadtförster die Unterstützung der Bevölkerung. "Ich hoffe, dass die Leute so schlau sind und kein offenes Feuer machen". Das könnte fatale Auswirkungen auf den ausgetrockneten Wald haben.Besonders hoch ist die Waldbrandgefahr im Stadtwald rund um Münnerstadt. Betroffen sind vor allem Flächen links und rechts der B 19, die Nadelholzbestände am Michelsberg und am Hainberg. Etwas optimistischer schätzt Jörg Mäckler die Feuergefahr in Mischwaldbeständen ein. Die grünen Blätter von Laubbäumen brennen schlechter. Er ist froh, dass in den vergangenen Jahren der Waldumbau vorangegangen ist.

Die ersten Bäume verfärben sich schon

Aber dort, wo der Kiefernbestand überwiegt und die Nadelgehölze geschwächt sind, ist die Situation sehr kritisch. Eine Gefahr geht hier auch von vergrasten Lichtungen aus. Das vertrocknete Gras brennt im Falle eines Feuers wie Stroh.

Doch die Trockenheit erhöht nicht nur die Waldbrandgefahr. Jörg Mäckler sorgt sich ganz allgemein um seinen Wald. "Die Frühjahrspflanzungen sind schon vertrocknet". 7000 neue Bäumchen wurden heuer im Stadtwald gesetzt. Die Arbeit war umsonst. Den Schaden beziffert der Stadtförster in einer Höhe zwischen 14.000 und 15.000 Euro. "Die Situation ist alarmierend", sagt Mäckler. Weil die Münnerstädter Böden ein schlechter Wasserspeicher sind, sei das verfügbare Wasser im Boden für die Bäume auf unter zehn Prozent gesunken.

Wie der Wald leidet, sieht selbst der Laie. Blätter rollen sich ein oder verfärben sich bereits. "Wir müssen dem Wald helfen", ist sein Appell. Wassersparen sei ebenso wichtig wie Energiesparen. Wasser sorge nicht nur für gesunde Wälder, es helfe Bäumen, sich vor Feuer zu schützen.

Die akute Waldbrandgefahr bleibt - bestätigen sich die Wetterprognosen - weiter bestehen. Die Münnerstädter Feuerwehr hat deshalb ihren Versorgungs-Lkw bereits mit Feuerpatschen zur Waldbrandbekämpfung und mit einem faltbaren Wassertank bestückt. Im Bauhof steht ein zusätzliches Wasserfass bereit, das mit 7000 Liter Löschwasser betankt ist. Im Notfall wird das Fass von einem Traktor an den Brandherd gebracht. Der Vorteil des Bulldogs sei, dass dieser auch Waldstücke erreiche, an die ein Löschfahrzeug unter Umständen nicht gelangt, erklärt der Kommandant.

Hilfreich sei, so Müller weiter, gerade bei Wald- und Flächenbränden der Drohneneinsatz. Die Feuerwehr verfügt zwischenzeitlich über ein solches Gerät. Damit ließen sich bei einer Rauchentwicklung im Wald Glutnester schneller und leichter lokalisieren. Das erleichtere die Brandbekämpfung deutlich. Was sie dagegen erschweren würde, sei weiterhin das Fehlen eines zweiten Tanklöschfahrzeuges, erklärt Robert Müller.

Der Feuerwehrmann und Jörg Mäckler sind froh, dass sie noch keinen Waldbrand erlebt haben. Damit das so bleibt, gibt es von ihnen einige Verhaltensregeln.

1. Kein offenes Feuer im Wald. Keine Zigaretten rauchen und schon gar nicht Kippen wegwerfen.

2. Beim Parken in Waldnähe unbedingt darauf achten, dass Forststraßen und Rückewege frei bleiben. Dort müssen im Notfall die Löschfahrzeuge fahren, um Brände zu löschen.

3. Beim Parken eines Fahrzeuges unbedingt darauf achten, dass es nicht auf trockenem Gras steht. In solchen Fällen könnte sich alleine durch die Hitze des Motors das Gras entzünden.

4. Wer zum Holzmachen in den Wald geht, soll aktuell darauf achten, eine warm gelaufene Motorsäge nur dort abzulegen, wo kein trockenes Gras ist.

5. Glas(scherben) wirken im Sommer wie ein Brenneisen, sagt Jörg Mäckler. Das liegt nicht nur an der Intensität der Sonne, sondern auch an der Tageslänge im Hochsommer. Achtlos weggeworfener Glasmüll im Wald ist deshalb ebenso eine potenzielle Gefahr.