Besser hätte der Einstieg nicht sein können: Bei einer Halloweenparty im Deutschordensschloss nutzten Larissa Kiesewetter und Nicole Taubmann vom Verein Pro Jugend Bad Kissingen die Gelegenheit, sich der Öffentlichkeit vorzustellen. Beim Waffelbacken und Ausschenken von gruseliger Bowle knüpften sie Kontakte zu Kindern und Jugendlichen. Für ihre Arbeit in Münnerstadt sehen sie viel Potenzial, ihre ersten Erfahrungen sind durchaus positiv.

Es war still geworden um die Jugendarbeit in Münnerstadt, zuletzt waren die Stellen nicht besetzt, sagt Bürgermeister Michael Kastl (CSU). Zudem war mit Ausbruch von Corona der Jugendraum in der Zehntscheune geschlossen worden. Dabei ist es bis heute geblieben. So ist der Bürgermeister froh, dass mit Larissa Kiesewetter und Nicole Taubmann nun zwei neue Mitarbeiterinnen von Pro Jugend in Münnerstadt tätig sind. "Sie fangen ja praktisch bei Null an, weil es die letzten zwei Jahre keine Jugendarbeit gab."

Neue Jugendgruppe

Als kleinen Einstieg organisierten Larissa Kiesewetter und Nicole Taubmann mit Unterstützung der Stadt eine kleine Halloweenfeier im Schlosshof, zu der auch der Bad Kissinger Kinderbus (KiKiBu) kam. Larissa Kiesewetter ist als Gemeindejugendarbeiterin tätig. 18 Stunden hat sie dafür pro Woche zur Verfügung. "Mein erstes großes Ziel ist, den Jugendraum in der Zehntscheune wieder herzurichten", sagt sie. Das sei die Aufgabe für den Winter und das Frühjahr. Der Raum soll Treffpunkt einer Jugendgruppe im Alter ab 14 Jahren werden. "Es ist auch eine Jugendgruppe für Jüngere geplant." Dafür gebe es allerdings noch keinen Raum. Deshalb werde wahrscheinlich der Marktplatz 17 (M17) dafür genutzt. "Schauen wir mal, was auf uns zukommt", sagt sie zuversichtlich.

Nicole Taubmann ist für zehn Stunden in der Woche als integrationsbezogene Jugendsozialarbeiterin tätig. "Wir sind dabei, ein Netzwerk aufzubauen", sagt sie. Deshalb waren sie schon an der Grundschule und der Mittelschule und haben sich mit Vertretern der

Jugendsozialarbeit am Berufsbildungszentrum (BBZ) getroffen. "Die Zusammenarbeit mit den Schulen ist besonders für mich wichtig", betont Nicole Taubmann. Es gehe ihr ja darum, Kinder und Jugendliche zu integrieren. Sie will schauen, wo sie Probleme haben, wo sie Unterstützung brauchen. Kontakte knüpft sie über die Schulen, sie wird aber auch die Jugendtreffpunkte wie den Skaterplatz aufsuchen, um ins Gespräch zu kommen und Vertrauen aufzubauen. Nicole Taubmann ist neben Münnerstadt auch in Nüdlingen und Wildflecken tätig.

Während Larissa Kiesewetter in Maßbach und Burkardroth eine Kollegin zur Seite steht, ist sie in Münnerstadt allein für die Gemeindejugendarbeit zuständig. Ihre ersten Erfahrungen seien durchaus positiv. Sie spricht beispielsweise von einem "wundervollen Stadtrundgang", bei dem sie von Bürgermeister Michael Kastl, Jugendreferent Adrian Bier, Bildungsreferent Leo Pfennig und Kilian Düring vom Stadtmarketing begleitet wurden.

"Offen und wohlwollend"

Larissa Kiesewetter sieht für ihre Arbeit in Münnerstadt sehr viel Potenzial. Sie haben aber auch schon Unterstützung erfahren. "Bis jetzt waren die Menschen, die wir getroffen haben, offen und wohlwollend", meint Nicole Taubmann. "Das erleichtert unsere Arbeit."

Beide bitten Kinder und Jugendliche, sie bei Fragen oder Problemen zu kontaktieren. "Wir haben ein offenes Ohr für alles, egal, welches Anliegen es ist." Sie sind natürlich auch für die Eltern da.