Nicht einmal eine Stunde dauerte die erste Sitzung des neu gegründeten Arbeitskreises "Stadtfest Musik & Märkte" - dann war alles im Lot. Innerhalb der nächsten zwei Wochen sollen alle Vereine, die sich beim Stadtfest einbringen wollen, bei der Stadtverwaltung melden. Dann wird festgelegt, wer, wo, welchen Stand betreibt. Möglicherweise werden heuer auch keine Standgebühren erhoben. Bürgermeister Helmut Blank (CSU) und viele der Besitzer favorisierte zur Refinanzierung einen Vorschlag von Guido Dünisch, nach dem Bändchen zum Preis von einem Euro verkauft werden sollten. Die Entscheidung liegt allerdings beim Stadtrat.

"Wir wollen 17 000 Euro für das Stadtfest in den Haushalt einstellen", sagte 2. Bürgermeister Andreas Trägner (Freie Wähler) zur Begrüßung. Gewünscht seien wieder zwei Veranstaltungsorte. Nun müsste die Stadtverwaltung als Organisator wissen, welche Vereine und Gewerbetreibenden mit an Bord sind. Dann stellte der Leiter der Städtischen Musikschule, Thomas Reuß, den Anwesenden das vorläufige Programm vor (wir berichteten). Fest steht inzwischen auch schon, dass es am Stadtfest-Sonntag wieder einen Sternmarsch der Musikkapellen geben wird.

Der geschäftsleitende Beamte, Stefan Bierdimpfl, ging auf das Organisatorische ein. Die Toilettenwagen für den Anger und den Stenayer Platz seien bereits bestellt, die Mitarbeiter des Bauhofs werden sich um den Auf- und Abbau kümmern. Was die Bewirtung betrifft, müssten sich nun die Vereine und Gewerbetreibenden melden. Christian Nöth kündigte an, dass sich die Feuerwehr Reichenbach wieder beteiligen werde, er wies allerdings auf einige Missstände am Stenayer Platz im vergangenen Jahr hin. Die kannte auch Stefan Bierdimpfl. Im letzten Jahr sei wenig Zeit gewesen, heuer sei das anders. Claudia Kind wollte wissen, ob die Bewirtung durch die Vereine stundenweise erfolgen soll. Zumindest tagesweise, bekam sie zur Antwort. Wenn die Bewirtung der Gäste durch die Vereine nicht zustande kommt, "werden wir das als Verwaltung möglicherweise in professionelle Hände legen", kündigte Stefan Bierdimpfl an.

Die Stadt biete den Vereinen die Möglichkeit, Geld zu verdienen. Auf die Frage, ob wieder Standgebühren erhoben werden, antwortete der geschäftsleitende Beamte, dass dies vom Stadtrat noch nicht abschließend geklärt sei. Heike Schilling erinnerte an die Möglichkeit des Bändchenverkaufs.

Auf eine Frage von Rosina Eckert zum Grobkonzept, meinte Stefan Bierdimpfl, dass die beiden Veranstaltungsorte gewollt in eine gewisse Konkurrenz treten sollen. "Es wird mit Sicherheit nicht zwei Mal Weißwurstfrühstück geben." Jetzt sammelt die Stadtverwaltung Vorschläge. "Wir müssen das jetzt abfragen", fand Peter Braun, aber das wollte Stefan Bierdimpfl bewusst nicht. Man sollte den Vereinen noch zwei Wochen Zeit zum Nachdenken geben.

Trotzdem kündigte Michael Kilian an, dass sein Weingut wieder die Versorgung mit dem Rebensaft auf dem Anger übernehmen will. Johannes Wolf vom TSV Münnerstadt erklärte, dass sich die Mitglieder dort wieder um die Getränkeversorgung und die Kaffeebar kümmern wollen. "Das ist ja auch unsere große Hoffnung", sagte dazu Bürgermeister Helmut Blank (CSU), der inzwischen von einer anderen Versammlung zum Arbeitskreis gekommen war. Auf seine Nachfrage bestätigte Sabine Klöffel, dass ihre Metzgerei die Versorgung auf dem Stenayer Platz übernehmen wird.

Guido Dünisch erläuterte den Anwesenden seinen Vorschlag mit den Bändchen. Es sei schwierig, zehn Prozent des Gewinns von den Ständen einzufordern. Stattdessen sollten auf freiwillige Basis Bändchen für ein Euro verkauft werden. Wenn die 100 Münnerstädter Gewerbetreibenden je 50 Bändchen kaufen und an ihre Kunden verteilen, wären die ersten 5000 Euro schon drin. Durch den Verkauf an den Ständen ließen sich sicher noch einmal 5000 Euro erzielen. Peter Braun bestellte schon einmal 60 Stück, die er an die Händler seines Flohmarktes verteilen will.

Ein Problem gibt es noch mit der Speiseversorgung auf dem Anger. Die Metzgerei Glasauer wird dies heuer nicht übernehmen. Stephan Glasauer bekräftigte aber gegenüber unserer Zeitung, dass er gerne beratend zur Seite stehen wird. "Wir haben doch die Erfahrung." Außerdem wird er Interessenten bei Bedarf seine Geräte zur Verfügung stellen. Das notwendige Personal könne er aber selbst nicht aufbringen.

Sollte niemand gefunden werden, könne man auch auf Food-Trucks zurückgreifen, schlug Guido Dünisch vor. Nun wird erst einmal abgewartet, welche Vereine und Gewerbetreibenden sich noch melden. Claudia Kind gab schon bekannt, dass die Heimatspielgemeinde die Weinversorgung auf dem Stenayer Platz übernehmen will. Für ein oder zwei Tage könne sich der Sängerkranz Reichenbach um die Getränkeversorgung auf dem Stenayer Platz kümmern, kündigte Lothar Hillenbrand an. Auf Vorschlag von Peter Braun sollen alle Beteiligten am Donnerstag vor dem Stadtfest in der Alten Aula bei einem kleinen Empfang bewirtet werden. Die Gestaltung der Werbung wird Christine Schikora übernehmen.

Zusammenfassend stellte Helmut Blank fest, dass im Fall der Bändchen-Regelung die Vereine keinerlei Risiko eingehen, wenn sie einen Stand betreiben. Er ist zuversichtlich, dass sich genügend Interessenten finden.