Alexandra Lehnerts Romanhelden sind auf dem ersten Blick ganz normale Leute, leben mitten unter anderen Menschen, sind leidenschaftsvoll und doch ganz anders. Sie sind Vampire. Ihr Reich ist eine Parallelwelt mitten unter uns. Darin muss die junge Lilya, die letzte eines Königsgeschlechtes um ihre Liebe zu Dimitri, dem Thronerben eines zweiten Königsgeschlechts, kämpfen. Und sie muss ihm helfen, die Ordnung zwischen den verfeindeten Vampirrassen wieder herzustellen. Das verlangt von Lilya viele Opfer ab. "Die Letzte Kiya" ist eine Fantasy-Trilogie für große Gefühle.

Dass die Helden ihrer Romanreihe Vampire sind, kommt nicht von ungefähr. Als junges Mädchen hat Alexandra Lehnert im Kino die Twilight-Filme gesehen und die Bücher dazu gelesen. Sie ist wie so viele andere ihres Alters ein Fan dieses Genres geworden. In ihrer Begeisterung schrieb sie als 13-jährige eine Fortsetzungsgeschichte von Twilight, die sie allerdings nur engsten Freundinnen zu lesen gab.

Kreativer Geist

Aber die junge Autorin wusste damals schon, dass sie auch einen Vampirroman schreiben wollte. Die Idee dafür hatte sie schnell. "Ich war schon immer sehr kreativ und habe mir Geschichten ausgedacht". Diese Geschichte reifte Jahr um Jahr. Zehn Jahre lang ließ sich die Wahl-Münnerstädterin Zeit, auch weil es noch viele andere Dinge zu erledigen gab: Schule, Abitur, Ausbildung zur Steuerfachangestellten und mittlerweile zur Erzieherin. Aber das war es nicht alleine. Alexandra Lehnerts Anspruch war eine stimmige Trilogie, in der Charaktere und Handlung ausgefeilt, die Umgebung gut recherchiert sein sollte. "Da bin ich Perfektionist", sagt die Schriftstellerin von sich. So existiert die Ranch, auf der die Romanheldiin aufgewachsen ist, tatsächlich. Sie liegt in Texas.

Alexandra Lehnert hat von den Schweizer Besitzern die Erlaubnis erhalten, den Namen - Valley View Ranch - verwenden zu können. Das Anwesen kennt sie bisher nur aus dem Internet und vom Kontakt mit den Eigentümern. Wenn die Corona-Pandemie irgendwann wieder vorbei ist, möchte sie dorthin auf jeden Fall einmal hinfahren und die Realität kennenzulernen.

2018 war es dann endlich soweit: Das Manuskript war fertig. Und es war so ausgereift und gelungen, dass Alexandra Lehnert sofort einen Verlag fand, der sie unter Vertrag für eine Trilogie nahm. "Da hatte ich richtig Glück", sagt die 25-jährige. Denn das sei nicht selbstverständlich.

Verlag griff zu

Der Carlsen-Verlag hat mit seiner Marke Impress ein Label, das fantastische, romantische Romane für junge Erwachsene bietet. Romantasy heißt es in der Verlagsinformation. Und dann ging auch alles sehr schnell. 2019 erschien Band 1 in der eBook-Ausgabe und Anfang dieses Jahres aufgrund der guten Nachfrage in das gedruckte Buch. Band 2 folgte kurz danach. Und im Dezember gibt es nun den dritten Teil zu lesen, wiederum zuerst im digitalen Format. Die Druckversion folgt 2021. Alexandra Lehnert ist glücklich, denn auch die Verkaufszahlen sind erfreulich.

Eigentlich wäre sie heuer mit ihren ersten zwei Büchern auch als Autorin auf der Frankfurter Buchmesse gewesen, um auch die gedruckten Bücher vorstellen zu können. "Ich hatte mich schon so sehr darauf gefreut", bedauert Alexandra Lehnert. Schon 2019 war sie als junge Autorin mit ihrem gerade erst erschienen eBook auf der Messe. Es sei eine sehr schöne Möglichkeit, andere Autoren und die Leser kennenzulernen. Jetzt hofft, sie, dass es im nächsten Jahr klappt.

Schreiben als Hobby

Die Schriftstellerei will Alexandra Lehnert momentan nicht zum Beruf machen. Mit dem Erzieherberuf - sie steckt gerade mitten in der Ausbildung am Münnerstädter BBZ - hat sie das gefunden, was sie beruflich gesucht hat. Da sei sie glücklich. "Schreiben ist ein Hobby" betont sie und fügt an: "Ich will nicht den Druck haben, schreiben zu müssen".

Der Schriftstellerei wird sie sich aber weiterhin in ihrer Freizeit widmen, da ist sie sich sicher. "Ich habe schon viele weitere Roman-Ideen". Als nächstes werde sie vielleicht eine Liebesgeschichte ohne Fantasyanteile schreiben.

Und falls ihr tatsächlich mit der Trilogie oder später mit einem neuen Buch der große Durchbruch gelingen sollte, dann hätte sie natürlich auch nichts dagegen.